Atlas zum Wiederaufbau

Peiting

Im April 1945 kam es beim Einmarsch der US-Truppen zu Gefechten, die am 29.04.1945 mit der Übergabe der Stadt an die Amerikaner endeten. Peiting war kaum zerstört. 1946 betrug die Zahl der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen 1.364 (Gesamteinwohnerzahl 6.681). Bis 1968 war ein Bevölkerungsanstieg auf 9.218 zu verzeichnen.

Angriffe

• auf die Marktgemeinde Peiting erfolgten keine alliierten Fliegerangriffe
• 27. April 1945:
 - Gefechte zwischen deutschen Einheiten und 4 US-Panzern, die noch vor der Brückensprengung das ostwärtige Ufer erreichen konnten
 - US-Artilleriefeuer auf Peiting
• 27./28. April 1945: US-Artilleriefeuer auf Peiting in der Nacht, da sich verteidigungsbereite SS-Einheiten in der Gemeinde aufhalten

Tote und Verletzte

• bei Kampfhandlungen zwischen deutschen und amerikanischen Soldaten am 27. April 1945: einige tote und verletzte Soldaten auf beiden Seiten

Schäden

• durch den Artilleriebeschuss vom 27./28. April 1945:
 - keine größeren Schäden
 - kleine Schäden an 23 Häusern
 - jedoch mehrere Brände

Kriegsende

• 27. April 1945:
 - Abzug eines großen Teils der deutschen Truppen in Richtung Rottenbuch, nachdem Schongau Panzeralarm gegeben hat
 - Sprenung der Schongauer Lechbrücke durch SS-Einheiten
• 28. April 1945:
 - nur noch wenige verteidigungsbereite SS-Einheiten in der Gemeinde
 - Vermittlung des Flüchtlingskommissars Kässl und des Gemeindeinspektors Scharth
• 29. April 1945:
 - kampflose Übergabe der Stadt an die US-Armee
 - Einmarsch der US-Armee

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 5.083
1946: 6.681
1955: 7.294
1961: 7.915
1968: 9.218
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• seit April 1945: Eintreffen von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen aus dem Osten
• ab Mitte Juli 1945: Ankunft der ersten planmäßigen größeren Flüchtlingstransporte
• bis Ende 1946: Aufnahme von 1.364 Heimatvertriebenen, darunter 580 Männer, 478 Frauen und 305 Kinder
• Unterbringung:
 - zunächst vorübergehend in einem Flüchtlingsdurchgangslager in der Münchner Straße
 - danach wurden den Heimatvertriebenen in der Regel durch den Flüchtlingskommissar in Privatquartiere der einheimischen Bevölkerung zugewiesen
• 1949: 7.221 Einwohner, darunter 1.369 Flüchtlinge, 339 Evakuierte und 51 Ausländer/DP`s
• Anfang 1950: über 1.400 Flüchtlinge in Peiting (28% der einheimischen Bevölkerung)
• 13. September 1950: 1.226 Heimatvertriebene (6.933 Einwohner insgesamt)

Wiederaufbau

Umsetzung:

• Mai 1945: Instandsetzung des Schwimmbads für die Besatzungssoldaten
• 24. September 1945: Wiederaufnahme des Schulbetriebs
• Ende 1945: Entstehung von 4 Wohnhäusern
• 1946: Bau von 16 Wohnhäusern und 5 Geschäfts- bzw. Gewerbebauten
• 1947:
 - Entstehung von 11 Wohnhäusern und 4 Wohnbaracken
 - Errichtung einer Trafo-Station
 - Errichtung einer Lederfabrik
 - Errichtung einer evangelischen Bekenntnisschule
• 1948:
 - 22 Wohnungs- und 8 Gewerbebaumaßnahmen
 - Bau zahlreicher Behelfsheimeinrichtungen
 - Einrichtung einer evangelischen Notkirche
• 1949: 31 Wohn- und 14 Gewerbebaumaßnahmen
• 1950: 24 Wohn- und 12 Gewerbebaumaßnahmen
• 1951: 28 Wohn- und 6 Gewerbebaumaßnahmen
• 1951/1952: Erweiterungsbau am Knabenschulhaus
• 1958: Einrichtung einer modernen Schulküche in der Knabenschule
• 1965: Errichtung einer evangelischen Volksschule
• 1968: Schließung des Kohlebergwerks

Literatur

FLIEGAUF, Karl: Chronik der Gemeinde Peiting, 2. Buch, Markt Peiting 1987.
FLIEGAUF, Karl: Unsere Gemeinde Markt Peiting. Heimatkundliche Aufsätze von Bürgermeister Karl Fliegauf, Markt Peiting 1989.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 492.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 19.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 20.
INTERNET: http://www.peiting.de/index.php?nid=16 (12.01.2010).

DANK
Für weitere Auskünfte danken wir dem STADTARCHIV Peiting sowie der ARBEITSGEMEINSCHAFT Peitinger Heimatfreunde.