Atlas zum Wiederaufbau

Neufahrn

Von Bomben getroffen wurde lediglich der Flugzeugabstellplatz von Neufahrn. Am 29.04.1945 marschierten US-Truppen nach Feuergefechten ein. Die ankommenden Flüchtlinge wurden in Barackensiedlungen untergebracht, die für ausgebombte Münchner erstellt worden waren. Zwischen 1939 und 1968 stieg die Bevölkerungszahl von 1.105 auf 6.107.

Angriffe

• 01. März 1945: US-Luftangriff auf den Flugzeugabstellplatz Neufahrn
• keine direkten Angriffe auf Neufahrn

Schäden

• keine Gebäudeschäden im Ortsbereich
• durch Luftangriff am 01. März 1945: Zerstörung von 4 deutschen Flugzeugen und Beschädigung eines weiteren deutschen Flugzeugs

Kriegsende

• 29. April 1945:
 - Feuergefechte in der (näheren) Umgebung
 - Abzug der letzten SS-Einheiten in Richtung Isar nach Osten
 - der Pfarrer und ein Arzt gehen mit einer weißen Fahne der anrückenden US-Armee entgegen
 - Hissen der weißen Fahne auf dem Kirchturm
 - Übergabe der Stadt
 - kampfloser Einmarsch der US-Armee

Spuren des Krieges

• Landebahn auf der Garchinger Heide und die dazu errichteten Schützenlöcher noch jahrzehntelang zu erkennen

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 1.105
1946: 1.564
1954: 2.081
1955: 2.081
1961: 2.821
1968: 6.107
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• vor Kriegsende: Barackensiedlung in der Nähe des Bahnhofs für ausgebombte Münchner Bürger
• nach Kriegsende: Nutzung der Barracken für Flüchtlinge
• bis 1946: starker Anstieg der Einwohnerzahl

Wiederaufbau

Pläne und Ideen:

• 1960er Jahre: gezielte Stadtentwicklung und Ausbau von Siedlungsgebieten anhand von Bebauungsplänen

Umsetzung:

• ab 1948: Errichtung von vereinzelten Wohnhäusern, meist von Flüchtlingen aus Ungarn und der Tschechoslowakei
• 1960er Jahre:
 - verstärkter Ausbau von Siedlungsgebieten
 - verstärkte Ansiedlung von Gewerbebetrieben, u.a. Avon, Brotfabrik Welter, Fertigbaufabrik Hinteregger und Kesselfabrik

Literatur

PFISTER, Peter: Schriften des Archivs des Erzbistums München und Freising. Das Ende des Zweiten Weltkriegs im Erzbistum München und Freising, Bd. 8, Regensburg 2005.
PÖTSCH, Winfried R.: Ober- und Unterschleißheim am Ende des Zweiten Weltkrieges. Zur Chronologie der letzten Kriegstage, in: Amperland 36 (2000), S. 286 - 289.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 19.

DANK
Für weitere Auskünfte danken wir der GEMEINDE Neufahrn b.Freising.

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