Atlas zum Wiederaufbau

Gunzenhausen

Seit Anfang 1945 kam es zu mehreren Luftangriffen. Am 21./22.04.1945 wurde die Stadt durch US-Truppen besetzt. Neue Betriebe ließen sich in der Stadt nieder, neue Siedlungen wurden errichtet. 1968 zählte Gunzenhausen 9.586 Einwohner, beinahe doppelt so viele wie 1939.

Angriffe

• ab Februar 1945: mehrere gezielte Luftangriffe auf den Raum Gunzenhausen sowie auf den Bahnknotenpunkt Treuchtlingen
• 23. Februar 1945:
 - Tieffliegerangriff
 - Explosion eines mit Munition beladenen Zuges in Gunzenhausen
• 16. April 1945: US-Luftangriff

Tote und Verletzte

• durch Luftangriff am 16. April 1945: 160 verschüttete Opfer

Schäden

• durch Explosion eines Munitionszuges am 23. Februar 1945: schwere Schäden in der Stadt
• durch Luftangriff am 16. April 1945:
 - Schäden v.a. im Norden und Nordwesten der Stadt
 - völlige Zerstörung vieler Wohnhäuser, des Weißenburger Tores, des Pfarrhofs, der Maria-Hilf-Kapelle und mehrerer historischer Gasthöfe
• beim Einmarsch der US-Armee am 21./22. April 1945: Zerstörung der Einfahrtstore zum Schlosshof mit Schilderhäuschen und Figurengruppen durch schwere Panzer

Kriegsende

• 21./22. April 1945: kampflose Besetzung durch die US-Armee

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 5.940
1946: 8.377
1955: 8.900
1961: 9.283
1968: 9.586
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• 13. September 1950: 1.745 Heimatvertriebene (9.033 Einwohner insgesamt)

Wiederaufbau

Pläne und Ideen:

• Mai 1945: Aufruf an die Einwohner fordert alle zwischen 14 und 60 Jahren, insbesondere aber ehemalige Parteimitglieder, zu freiwilliger Mitarbeit an der Beseitigung der Trümmer und am Wiederaufbau auf

Umsetzung:

• nach Kriegsende: Errichtung von Behelfswohnhäusern am Weinberg
• 1945:
 - Errichtung des Freibades an der Leonhardsruhstraße
 - Errichtung der Sportanlage des 1. FC Gunzenhausen am Schießwasen
 - Begründung einer Patenschaft mit den vertriebenen Bewohnern der sudetendeutschen Grenzstadt Weipert im Erzgebirge
• ab 1958:
 - vermehrte Industrieansiedlung und somit rascher wirtschaftlicher Aufschwung
 - Wachstum des Industriegebietes im Osten der Stadt (bis 1980 Ansiedlung von 20 bedeutenden Betrieben der Metallverarbeitung und Nachrichtentechnik)
 - Entstehung eines neuen Wohngebietes (Ostvorstadt)
 - Bau des Gymnasiums, der Berufsschule und der Kläranlage

Literatur

RABIGER, Sigrid: Landkreis Weissenburg-Gunzenhausen. Geschichte, Zeugnisse, Information, München 1984.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 496.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 19.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 20.

INTERNET:
http://www.gunzenhausen.de/geschichte/geschichte2.html (03.03.2009)

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