Atlas zum Wiederaufbau

Garmisch-Partenkirchen

Als Lazarettort blieb Garmisch-Partenkirchen von Luftangriffen beinahe verschont, etwa 8.000 Evakuierte befanden sich vor Ort. 1945 wurde der Bahnhofsbereich bombardiert, im April zogen hunderte KZ-Häftlinge durch die Marktgemeinde. Nach vereinzelten Gefechten in der Umgebung nahmen am 29.04.1945 US-Truppen die Marktgemeinde ein. Die Einwohnerzahl stieg nun rapide an (1939: 18.079; 1968: 27.727). Neben dem Wohnungsbau investierte die Kommune vor allem in die Infrastruktur für Tourismus und Wintersport.

Neugründung

Garmisch-Partenkirchen blieb als Lazarettort weitgehend von Luftangriffen verschont.

Angriffe

• 22. Februar 1945: Luftangriff auf die Gleisanlagen und den Lokomotivschuppen am Südende des Bahnhofs um die Transportkapazität der Reichsbahn Richtung Innsbruck und Reutte zu treffen
• 20. April 1945: Luftangriff auf das Schneefernerhaus auf der Zugspitze und die darin tagenden ranghohen NSDAP-Parteiführer; Ziel jedoch verfehlt

Tote und Verletzte

• durch Luftangriff vom 22. Februar 1945:
 - 2 Tote
 - mehrere Verletzte
• durch Kämpfe bei Oberammergau am 29. April 1945:
 - 7 tote Gebirgsjäger
 - 2 tote Zivilisten
 - ca. 30 Verwundete

Schäden

• durch Luftangriff vom 22. Februar 1945: Gebäudeschäden
• bei Artilleriegefecht am 29. April 1945: Kloster und Dorf Ettal betroffen

Kriegsende

• Ende April 1945: Durchzug hunderter Häftlinge des KZs Dachau durch Garmisch-Partenkirchen („Todesmärsche“)
• 29. April 1945:
 - gegen 11.30 Uhr: Artilleriekämpfe zwischen der US-Armee und einer Abteilung der Mittenwalder Gebirgsjägerschule bei Oberammergau
 - Verhinderung der Sprengung der Eisenbahnbrücke zwischen Farchant und Burgrain durch den Einsatz von Oberleutnant Gais
 - Entscheidung Oberst Hörls für eine „Teilaktion“ im Rahmen der Freiheitsaktion Bayern, trotz wiederholtem Befehl zur Verteidigung Garmisch-Partenkirchens durch die Generalität
 - Michael Pössinger, ein Ettaler Gebirgsjägermajor, fährt den US-Truppen als Parlamentär entgegen
 - Überzeugung der US-Truppen, dass der Lazarettort zur kampflosen Übergabe bereit sei
 - dadurch womöglich Verhinderung eines bereits angeordneten US-Luftschlags mit mehreren hundert Flugzeugen, die Garmisch-Partenkirchen bis zur Kapitulation bombardieren sollten
 - gegen 19.00 Uhr: kampflose Einnahme Garmisch-Partenkirchens durch die 10. US-Panzerdivision der US-Armee
• 30. April 1945: Auseinandersetzung zwischen Gebirgsjägern und US-Truppen bei Kaltenbrunn

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 18.079
1946: 24.624
1955: 25.548
1961: 25.011
1968: 27.727
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• seit 1944: Aufnahme von Evakuierten und Ausgebombten in Garmisch-Partenkirchen
• bei Kriegsende 1945: ca. 8.000 Evakuierte in Garmisch-Partenkirchen gemeldet
• 13. September 1950: 4.490 Heimatvertriebene (25.142 Einwohner insgesamt)

Wiederaufbau

Umsetzung:

• 1947: Deutsche Eiskunstlauf-Meisterschaften in Garmisch-Partenkirchen
• 1949:
 - Große Wintersportwoche
 - Gründung der Volkshochschule Garmisch-Partenkirchen
• 1951: Deutsche Alpine Skimeisterschaft
• 1953: Bob-Weltmeisterschaft
• 1954: Arlberg-Kandahar-Skirennen
• 1956: Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft
• 1957: Erstmals über eine Million Kurgast-Übernachtungen im Jahr
• 1960: Rennrodel-Weltmeisterschaften
• 1962:
 - Bob-Weltmeisterschaft
 - Biathlon-Weltmeisterschaft
• 1966: Garmisch-Partenkirchen wird Partnerstadt des nordamerikanischen Wintersport-Zentrums Aspen/Colorado
• 1968: Eröffnung des Kreiskrankenhauses
• 1969: Eröffnung der Hausberg-Seilbahn
• 1972: Curling-Weltmeisterschaft
• 1973:
 - Garmisch-Partenkirchen wird Partnerstadt des französischen Wintersportortes Chamonix
 - Eröffnung des Werdenfelser Heimatmuseums
• 1975: Eröffnung des Alpspitz-Wellenbades
• 1977: Eröffnung des neuen Kongress-Zentrums
• 1978:
 - Austragung der Alpinen Skiweltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen
 - Eingemeindung von Wamberg im Zuge der bayerischen Gebietsrefom

Literatur

STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 490.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 18.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 19.

INTERNET:
https://www.gapgeschichte.de/ns_zeit_1945_kriegsende_text/kriegsende_index.htm (14.02.2020).

DANK:
Für weitere Auskünfte danken wir dem MARKTARCHIV Garmisch-Partenkirchen.