Die „Schützenliesl“
Schützenscheibe, 1881
© Haus der Bayerischen Geschichte / Philipp Mansmann
Die „Schützenliesl“, eine fesche Bierkellnerin, ist eine beliebte Symbolfigur der bayerischen Festkultur. Seit über hundert Jahren taucht sie immer wieder in der Bierwerbung auf und wurde auch im gleichnamigen Lied verewigt ? ein früher „Wiesnhit“. Hinter der legendären Gestalt verbirgt sich die Kellnerin und spätere Wirtin Coletta Möritz (1860-1953), die aus der Nähe von Pöttmes stammte. Im Jahr 1878 stand das junge „Biermadl“ niemand Geringerem als dem Münchner Malerfürsten Friedrich August von Kaulbach Modell. Für das VII. Deutsche Bundesschießen, das Ende Juli 1881 auf der Theresienwiese stattfand, malte Kaulbach die schöne Coletta dann als „Schützenliesl“. Das Kolossalgemälde diente als Außendekoration einer gleichnamigen Bierbude, in der die junge Frau auch selbst bedient haben soll. Für die damalige Zeit war das Bild eine gewagte Darstellung, es erregte auf dem Fest und darüber hinaus sogleich großes Aufsehen. Folgerichtig ist die „Schützenliesl“ auch auf der wenige Monate später beschossenen Erinnerungsscheibe der Landshuter Feuerschützengesellschaft zu sehen, die den Geist des Bundesschießens noch einmal beschwor.
Bier in Bayern
Bayerische Landesausstellung 2016
Kloster Aldersbach
29. April bis 30. Oktober 2016
Veranstalter: Haus der Bayerischen Geschichte, Gemeinde Aldersbach, Landkreis Passau
Abdruck honorarfrei, Beleg erbeten (Haus der Bayerischen Geschichte, Zeuggasse 7, 86150 Augsburg, www.hdbg.de)