Über den Ursprung der szenischen Ölbergandachten ist nichts bekannt. 1759 zeichnete der Kantor Johann Michael Schiesl unter dem Titel Oelberg, so mit lautter Sprichen exequiert würdt einige Spielszenen auf, die an den sieben Donnerstagen der Fastenzeit zur Aufführung kamen. Mit der Bemerkung, er werde „dieses sündhafte Tun“ zu unterbinden suchen, reichte der zuständige Dekan die Spielhandschrift 1764 beim Bischöflichen Ordinariat in Regensburg ein.
Die erste Szene zeigt Jesus im Gespräch mit den Jüngern. Danach beginnt die Leidensvision, dreimal unterbrochen durch einen „Niederfall“ des von Todesangst überwältigten Herrn. Der stärkende, tröstende Engel verkündet den göttlichen Erlösungsauftrag und verweist auf die künftigen Märtyrer, die von Christi Leiden und Sterben Zeugnis ablegen werden. Dem Verrat des Judas und der Gefangennahme im Garten Gethsemane folgt zunächst die kopflose Flucht der Jünger, die sich aber abschließend zur Nachfolge Jesu aufmachen. Der Text, durchgehend in Prosa verfasst, lässt in Ton und Charakter die barocke Erbauungsliteratur durchklingen.
Manfred Knedlik
Basisdaten
Ort: D-84-48 Mainburg
Bezirk: Niederbayern
Diozöse: Regensburg
Überlieferungen
Titel: Oelberg, so mit lautter Sprichen exequiert würdt
Jahr: 1759
Typ: Textzeugnis
Informationen
Schreiber: Kantor Johann Michael Schiesl
Aufbewahrungsort: Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg (OA Gen. 2010)
Datierung: 1759-1764
Wird noch gespielt: Nein