Jüdisches Leben
in Bayern

Welbhausen Synagoge

Die zahlenmäßig große jüdische Gemeinde Welbhausen, sie umfasste 1705 etwa 125 Personen, hat zu dieser Zeit sicher bereits eine Synagoge besessen. Bis 1705 besuchten auch die Uffenheimer Juden die Synagoge der Gemeinde Welbhausen.

Erste sichere Nachrichte liegen von 1745 vor, als in einer Hausaufstellung aus Welbhausen das Anwesen Haus Nr. 60 so beschrieben wird: "Die Jüden Schul. Besitzen vermög der älteren Beschreibung ein Hauß, so vor diesem die gemeine Badstuben gewesen, ..., gibt dem Gottes Hauß jährlich 4 Pfund Geld ..., dann gnädigster Herrschaft wegen darein concedierter Juden Schul jährlich 2 Taler". Der Eigentümer des Hauses war der Jude Feiffer Manes. Wie lange dieses Gebäude als Synagoge genutzt wurde, ist unklar. Zumindest 1809 werden für dieses Anwesen zwei private Eigentümer ohne einen Hinweis auf eine Synagoge aufgeführt.

Denn bereits spätestens 1763, so die Datierung auf dem Chuppastein, wurde das Gebäude Haus Nr. 15 (heute Alte Uffenheimer Straße 15) als Synagoge genutzt. Im gleichen Gebäude befand sich auch die Rabbinerwohnung. Das Gebäude wurde 1809 als "Die Juden Vorsinger-Wohnung. Die Judenschul, worinnen die Rabbinerwohnung" bezeichnet.

Nach der Angliederung Welbhausens an die jüdische Gemeinde Uffenheim kaufte der 1904 verstorbene Holzgroßindustrielle Salomon Forchheimer das Synagogengebäude von der Kultusgemeinde und schenkte es der politischen Gemeinde. Nach einem Umbau 1904/1905 fand es als Armenhaus Verwendung.

Das Gebäude wird heute als Wohnhaus verwendet. Der Hochzeitsstein befindet sich über dem erhaltenen Aufgang zur Frauenempore. Auch Teile der originalen Bausubstanz wie Fenster- und Türrahmen sind noch erhalten. Das Gebäude ist im Bayerischen Denkmal-Atlas mit folgender Beschreibung dokumentiert: "Ehemalige 2. Synagoge, später Gemeindehaus, eingeschossiger Mansarddachgiebelbau mit hohem Fundament und Freitreppe, Chuppastein, hebräisch bezeichnet 1763, Umbau 1904/06".

Bilder

Literatur

  • Stimpfig, Karl Ernst: Die Landjuden im Raum Uffenheim. Dokumentation jüdischen Lebens in den Kultusgemeinden Ermetzhofen, Gnodstadt, Welbhausen und Uffenheim mit der Geschichte des Rabbinats Welbhausen, Herzogenaurach (ca. 2000)
  • Gesellschaft für Familienforschung in Franken / Staatliche Archive Bayerns (Hg.): Staatsarchiv Nürnberg - Die Judenmatrikel 1813-1861 für Mittelfranken (gff digital, Reihe A: Digitalisierte Quellen, 1 = Staatliche Archive Bayerns, Digitale Medien, 1), Nürnberg 2003