Jüdisches Leben
in Bayern

Weisendorf Synagoge

Da die jüdische Gemeinde in Weisendorf zu Beginn des 19. Jahrhundert zwanzig Matrikelstellen besetzen konnte, deutet auf eine größere Gemeinde schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts hin. Das Datum des Baus der ersten Synagoge wird für 1782 vermutet.

In diesem Synagogenbau (Hauptstraße Nr. 17) war nach Israel Schwierz auch die Religionsschule und ein Mikwe untergebracht.

Erst im Verlauf der Auflösung der Gemeinde und damit auch der Nichtbenutzung der Synagoge 1903 gibt es weitere Hinweise. Zu dieser Zeit beschwerte sich ein aufmerksamer Besucher des Ortes in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1903 über die untragbaren Zustände in der Synagoge. Es würde zwar noch ein Israelit in der Gemeinde wohnen, doch stünde die Synagoge ohn Aufsicht tagelang offen und auch der Toraschrein sei für jedermann zugänglich. Der Vorschlag, wenigstens die Torarollen in die Gemeinde Adelsdorf zu bringen, sei abgelehnt worden, da ja noch ein Jude vor Ort sei. Inzwischen würden christliche Einwohner des Ortes in der Synagoge ihr Holz lagern.

1904 wurde dann das Synagogengebäude an die Gemeinde Adelsdorf verkauft, die teilweise die Ritualien verkaufte und die Inneneinrichtung selbst übernahm. Nach Verkauf des Gebäudes an einen Privatmann wurde das Synagogengebäude abgebrochen und ein Wohnhaus errichtet.

Literatur

  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, S. 198
  • Guth, Klaus: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800–1942), ein historisch-topographisches Handbuch, Bamberg 1988 (Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur, 1)., S. 395