Jüdisches Leben
in Bayern

Mühlfeld Synagoge

Bereits im 18. Jahrhundert war von der Existenz einer Synagoge oder eines Betsaals auszugehen. Möglicherweise gab es einen Vorgängerbau auf dem gleichen Standort wie im 19. Jahrhundert (Am Mahlbach 7). Im Jahr 1825 legte die Gemeinde ein Memorbuch an, das später nach Mellrichstadt kam und wahrscheinlich im Verlauf des Novemberpogroms 1938 verloren ging. Obwohl die jüdische Gemeinde um 1877 nur noch neun zahlende Familienoberhäupter hatte, sanierten diese das Gotteshaus auf eigene Kosten. Bei der Einweihung im August 1877 betonte Naphtali Ottensoser – Direktor des "Israelitischen Lehr- und Handelsinstituts" von Mellrichstadt – die traditionelle Einstellung der Gemeinde, die keine Neuerungen im Gottesdienst zulasse. Dies sei auch ein Verdienst des Distriktsrabbiners Wormser, der dafür sorge, dass "der an unseren Grenzen drohende Abfall keinen Einlaß findet". Bei dem Festakt waren auch der Vorstand des Bezirksamts und christliche Geistlich anwesend. Da sich die Gemeinde 1912/13 aufgelöst hatte, wurde das Synagogengebäude profaniert und 1917 von der Kommune erworben. Nach mehreren Umbauten schreibt Israel Schwierz 1992, dass die Grundmauern und "umgebaute Bausubstanz" erhalten sind.

Bilder

Adresse / Wegbeschreibung

Am Mahlbach 7, 97638 Mellrichstadt

Literatur

  • Magnus Weinberg: Die Memorbücher der jüdischen Gemeinden in Bayern, Bd. 1. Frankfurt a.M. 1937, S. 143f.
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 102.