Jüdisches Leben
in Bayern

Mühlfeld Synagoge

Bereits im 18. Jahrhundert gab es eine namhafte jüdische Gemeinde in Mühlfeld. Deshalb ist von der Existenz einer Synagoge oder eines Betsaals auszugehen. Möglicherweise gab es einen Vorgängerbau auf dem Standort der Synagoge von 1877 (Am Mahlbach 7).

1825 hatte die Gemeinde ein Memorbuch angelegt, das später nach Mellrichstadt kam und wahrscheinlich im Verlauf des Novemberpogroms 1938 zugrunde ging.

Obwohl die jüdische Gemeinde um 1877 nur noch neun Mitglieder hatte, war der Plan zur Renovierung der Synagoge durchgeführt worden. Die kleine Gemeinde brachte die dafür erforderlichen Mittel selbst auf. Bei der Einweihung im August 1877 betonte Naphtali Ottensoser, der Direktor des Israelitischen Lehr- und Handelsinstituts von Mellrichstadt, die traditionelle Einstellung der Gemeinde, die keine Neuerungen im Gottesdienst zulasse. Dies sei auch ein Verdienst des Distriktsrabbiners Wormser, der dafür sorge, dass "der an unseren Grenzen drohende Abfall keinen Einlaß findet". Bei dem Festakt waren auch der Vorstand des Bezirksamts und christliche Geistlich anwesend.

Da sich die Gemeinde etwa 1912 aufgelöst hatte, wurde das Synagogengebäude profaniert und 1917 von der politischen Gemeinde Mühlfeld erworben. Nach mehreren Umbauten schreibt Israel Schwierz 1992, dass nur noch die Grundmauern erhalten seien, die Bausubstanz aber noch gut sei.

Literatur

  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992
  • Weinberg Magnus, Die Memorbücher der jüdischen Gemeinden in Bayern, 2 Bde., Frankfurt/Main 1937 u. 1938