Jüdisches Leben
in Bayern

Mitwitz Synagoge

Eine Synagoge wurde von der jüdischen Gemeinde 1789 errichtet. Das Gebäude (heute Kirchstraße 10) befand sich am Rand des Ortskerns.

Neben dem Betsaal befand sich in dem Gebäude auch ein Schulzimmer. In einem Nebengebäude der Synagoge errichtete die Gemeinde 1838 eine Mikwe.

Die Anstellung eines eigenen Rabbiners war der Gemeinde Mitwitz aus finanziellen Gründen nie möglich. Seit 1809 übte Salomon Seligmann Stern das Amt des Vorsängers aus, der auch als Lehrer an der Elementar- und Religionsschule fungierte. Die topografische Statistik von 1840 führte die politische Gemeinde Mitwitz mit "117 Juden mit Synagoge" auf.

Zum Vermögen der Gemeinde zählte eine Stiftung. Sänder Simon hatte 1810 der Gemeinde Kapital vermacht, das seine Witwe später auf 815 aufgestockt hatte. Damit sollten die Unkosten für das ewige Licht in der Synagoge und die Verrichtung des jährlichen Gedenkgebets bestritten werden.

Um 1870 lebten nur noch fünf jüdische Familien in Mitwitz. Die erforderliche Zahl von zehn religionsmündigen Juden dürfte zu dieser Zeit nicht mehr erreicht worden sein. Nachdem 1883 die letzte am Ort verbliebene jüdische Familie Bamberger der Gemeinde in Kronach zugewiesen worden war, verkaufte David Bamberger im Auftrag der Kronacher Gemeinde für 1200 Mark das ehemalige Synagogengebäude. Nach verschiedenen Umbauten ist das Gebäude heute noch erhalten.

Literatur

  • Guth, Klaus: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800–1942), ein historisch-topographisches Handbuch, Bamberg 1988 (Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur, 1)., S, 244-251.
  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, S. 230.

Weiterführende Links