Die Synagoge der Gemeinde befand sich zunächst im Bereich des ehemaligen Schlosses Mittelweilersbach, wobei es sich um einen einfachen Betraum in einem der Wohnhäuser handelte. 1716 hatte der damalige Besitzer Karg von Bebenburg das Schlossgebäude zu Wohnzwecken zur Verfügung gestellt, woraufhin der Betraum in diesen repräsentativeren "Judenhof" verlegt wurde. Aufgrund der Baufälligkeit des Gebäudes ließ die Gemeinde 1865 die Synagoge für den Betrag von 1400 Gulden gründlich renovieren.
Die Sanierung belastete die Gemeinde übermäßig schwer, da durch den Wegzug von wohlhabenden Familien empfindliche Einbußen erlitt. Die Einweihung im Dezember 1865 konnte zwar noch in Anwesenheit des Bezirksamtmanns durch den Bamberger Distriktsrabbiner feierlich vollzogen werden. Aber 1867 war eine Kollekte bei allen jüdischen Gemeinden in Bayern erforderlich, um die Bauschuld zu bezahlen, 167 Gulden konnten so gesammelt werden. Aber schon 1868 stand das Gemeindevermögen unter der Zwangsverwaltung des Bezirksamtes. In Folge der Auflösung der jüdischen Gemeinde 1876 erfolgte noch im selben Jahr die Versteigerung des Synagogengebäudes und der gesamten Einrichtung. Das Gebäude wurde wohl schon kurz nach dem Verkauf abgebrochen, an der Stelle des Gebäude steht heute ein Mehrfamilienhaus. Der Schlossplatz ist heute im Besitz des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. Auf dem Platz steht ein Gedenkstein mit Bronzetafel, deren Inschrift an die jüdische Gemeinde von Mittelweilersbach und ihre Synagoge erinnert.
Alemannia Judaica (Joachim Hahn)
Bilder
Literatur
- Klaus Guth: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800–1942), ein historisch-topographisches Handbuch. Bamberg 1988 (= Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur 1), S. 240f.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 230.
