Jüdisches Leben
in Bayern

Maroldsweisach Synagoge

Im Memorbuch von Maroldsweisach ist folgende Episode eingetragen, die nach Magnus Weinberg die Bedeutung eines Memorbuches zeigt "als eines eigentlichen Ahnemorbuches,d. h. als eines Buches, in dem alle auf dem Almemor bei Gelegenheiten zu verrichtenden Gebete in bequemer Weise vereinigt sind. Mit Humor schildert er [der Schreiner des Memorbuchs] z. B. bei eruve chazeroth, wie er erlebt hatte, daß die ganze Gemeinde warten mußte, bis ein Gemeindemitglied nachhause eilte, um das Gelegenheitsgebet herbeizuholen, das auf dem zerfetzten Rest eines Gebetbuches stand, welches durch Erbschaft von seinem Urgroßvater auf ihn übergegangen war. Doch nicht jeder habe das Glück, eine solche große j’ruschoh zu machen. Damals waren die Gebetbücher eben noch nicht so handlich, so billig und mit Gelegenheitsgebeten versehen, wie heute; da mußte das Meinorbuch zur Hand sein" (Weinberg 162).

Literatur

  • Töllner, Axel / Haas, Hans-Christof: Maroldsweisach, in: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hrsg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Band III/2: Unterfranken Teilband 2.1. Erarbeitet von Cornelia Berger-Dittscheid, Gerhard Gronauer, Hans-Christof Haas, Hans Schlumberger und Axel Töllner unter Mitarbeit von Hans-Jürgen Beck, Hans-Christoph Dittscheid, Johannes Sander und Elmar Schwinger, mit Beiträgen von Andreas Angerstorfer und Rotraud Ries, Lindenberg im Allgäu 2021, S. 528-538
  • Weinberg, Magnus, Die Memorbücher der jüdischen Gemeinden in Bayern, 2 Bde., Frankfurt/Main 1937 u. 1938, hier S. 157-163