Jüdisches Leben
in Bayern

Friesen Synagoge

Wahrscheinlich seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts befand sich die Synagoge von Friesen in einem Privathaus der jüdischen Gemeinde. In diesem Gebäude war anfangs auch die Schule untergebracht.

Das Gebäude (alte Haus Nr. 47a, heute: Moschaweg 4) blieb trotz aller Neubaupläne bis zur Auflösung der Gemeinde der Standort der Synagoge. Die Lage in der Nähe der katholischen Kirche führte zu Konflikten, da nach Ansicht des Pfarrers, "die neue Judenschule in Friesen der katholischen Kirche viel zu nahe gelegen und das Schreien der Juden in der Kirche gehört werde". 1756 wurde anlässlich der Synagogenweihe der jüdischen Gemeinde der Wunsch abgeschlagen, in einer feierlichen Prozession mit Musikanten die Tora-Rolle durch den Ort in das Synagogengebäude zu tragen, und 1757 sollte auf Wunsch des Bamberger Fürstbischofs die Synagoge in ein weiter entferntes jüdisches Wohnhaus verlegt werden.

Letztlich blieb aber die Synagoge im ursprünglichen Gebäude. Es blieb nach dem Ende der Gemeinde 1902 im Besitz der Kultusgemeinde Kronach und wurde 1919 verkauft.

Das Haus ist in den bayerischen Denkmal-Atlas unter der Bezeichnung "ehemalige Synagoge" aufgenommen und wird dort so beschrieben: Wohnhaus, ehem. Synagoge, zweigeschossiger Satteldachbau, im Kern Blockbau des 17./18. Jh., verschiefert.

Literatur

  • Guth, Klaus: Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800–1942), ein historischtopographisches Handbuch, Bamberg 1988 (Landjudentum in Oberfranken. Geschichte und Volkskultur, 1)., 168f.
  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, S. 220