Jüdisches Leben
in Bayern

Augsburg - Pfersee Synagoge

In Pfersee bestand eine jüdische Gemeinde bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Es sind die Standorte von zwei Bethäusern überliefert. Das ältere, auch Sitz der Talmudschule, befand sich an der Ecke Fröbelstraße (früher Schulgasse) und Leitershofer Straße. Das Bethaus wurde nach den Angaben von Shenef "wegen zunehmender Anfeindungen durch die Kirche" in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nicht mehr genutzt.

Um 1750 wurde ein kleineres Bethaus an der Leitershofer Straße errichtet. Das Gebäude wurde im Verlauf der Auflösung der Gemeinde Pfersee 1875 aufgegeben und 1878 abgerissen.

2008 wurde im Auktionshandel eine Schabbes-Lampe von 1763 angeboten. Sie war vom Augsburg Goldschmied Gottfried Barthelmann (1705-1769) für Mosche ben Rabbi Ischachar Ber Ulmo angefertigt worden.

Ebenfalls dem alten Bestand der Pferseer Synagoge wird ein Tora-Vorhang von 1772 zugeschrieben. Das Stifterehepaar waren Rabbi Jakob Kitzingen und seine Frau Hendl, ein Mitglied der Ulmo-Familie. Der Vorhang befindet sich heute im Jewish Museum New York.

Vom Memorbuch der Gemeinde Pfersee, von dem noch Theodor Harburger in den 1920er-Jahre Fotos machen konnte, hat sich keine Spur erhalten.

Literatur

  • Harburger, Theodor: Die Inventarisation jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler in Bayern, hg. von den Central Archives for the History of the Jewish People, Jerusalem, und dem Jüdischen Museum Franken – Fürth & Schnaittach., 3 Bde., Fürth 1998, Bd. 3, S. 659f.
  • Shenef, Yehuda: Vom Himmel kämpfen die Sterne. Die Geschichte der Juden im heiligen Pfersee bei Augsburg, Augsburg 2019