Jüdisches Leben
in Bayern

Ampfing Synagoge

Die jüdische Gemeinde hatte eigene Einrichtungen, insbesondere auch eine Synagoge (Betsaal). Diese wurde im Theresianum (ehemalige Pfarrökonomie, St.-Martin-Straße 5) in Ampfing eingerichtet, ein Gebäude aus der Zeit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.

Hier hatte im Sommer 1944 die NS-Organisation Todt (OT), die für das KZ-Außenlager Mühldorf verantwortlich war, ein Offiziers-Casino eingerichtet. Nach Kriegsende und dem Auszug der Organisation Todt wurde das Gebäude im Erdgeschoss von April bis Dezember 1947 für ehemalige KZ-Häftlinge zur Synagoge umgebaut. Das Gebäude und der Raum der Synagoge sind erhalten. In den letzten Jahrzehnten wurde das Gebäude unterschiedlich genutzt, u.a. als Jugendraum, als Musikschule und als Tauschladen, der Raum der Synagoge wurde meist als Abstellkammer verwendet. Von 2008 bis 2010 wurde das Theresianum durch den Förderverein Pfarrzentrum mit viel Aufwand restauriert. Dabei wurden auch die ehemaligen Malereien des früheren jüdischen Betraumes freigelegt und restauriert (u.a. der gemalte Vorhang im Bereich der Nische des Toraschreines, aber auch Deckenmalereien). Der Bereich der früheren Bima, dem Lesepult für die Tora-Vorlesung. wurde durch einen Messingrahmen im Boden angedeutet.

Das Gebäude, die ehemalige Pfarrökomomie, sogenanntes Theresianum, ist im Bayerischen Denkmal-Atlas verzeichnet.