Jüdisches Leben
in Bayern

Altenstein Synagoge

Nachdem bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein "Judenschullehrer" dokumentiert ist, gab es in Altenstein Räumlichkeiten für den Religionsunterricht und ein Betstube. Diese haben sich vielleicht in einem Privathaus befunden.

1808 gelang der Ankauf eines Hauses, das zu einer Synagoge umgebaut wurde. Wahrscheinlich waren auch Räumlichkeiten für die Schule und eine Lehrerwohnung untergebracht. Die Gemeinde bestand zu dieser Zeit aus etwa 16 Familien mit 70 Angehörigen.

Wahrscheinlich seit dem Bau der Synagoge war ein Erbzins zu bezahlen, der erst 1848 umgewandelt wurde, wie der Arbeit "Die Rechtsverhältnisse der Juden in Bayern" von 1852 zu entnehmen ist.

Weitere Informationen zur Synagoge gibt es aus dem 1840er Jahren. Zu dieser Zeit war das Gebäude renovierungsbedürftig und die Kosten überstiegen die Finanzkraft der Gemeinde. Die von der Regierung von Unterfranken 1841 bewilligte Kollekte unter den jüdischen Gemeinden der drei fränkischen Regierungsbezirke erbrachte laut Abrechnung 169 Gulden und 51 Kreuzer. Weitere 300 Gulden stellte als zinsloses Darlehen der in Altenstein geborene Moses Meyer zur Verfügung. Aufgrund der immer geringeren finanziellen Möglichkeit der Gemeinde wandelte er 1848 diesen Betrag in eine Spende um.

Im Zuge der Auflösung der jüdischen Gemeinde in den 1890er Jahren scheint das Gebäude verkauft und bis 1910 abgebrochen worden zu sein. Auf dem Grundstück (Wilhelm-Stein-Straße) erbaute man 1910 die evangelische Kirche.

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