Jüdisches Leben
in Bayern

Allersheim Synagoge

Der Bau der Synagoge ist in die ersten Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts zu datieren. Es ist nicht bekannt, ob es sich um einen Um- oder Neubau handelte. Bei Alemannia Judaica wird zu 1718 eine Güter- und Feldbeschreibung über den Flecken Allersheim angegeben, in der "das Jenige Hauß oder Juden Schul' genannt, 'welches der gemeinen Judenschaft gehörig" genannt wurde.

Der Gebetsraum der Synagoge war vergleichsweise schlicht gestaltet, das Zimmer im ersten Stock besaß ein Tonnengewölbe. Im Keller gab es eine Mikwe, ein Ritualbad, das wegen der behördlichen Hygienevorschriften seit 1829 aber nicht mehr genutzt werden durfte und in eigenes "Badhaus" verlegt wurde. Die Synagoge bot darüber hinaus noch eine Rabbiner-Wohnung.

Die durch Auswanderung und Wegzug immer kleiner werdende jüdische Gemeinde schloss sich 1901 der Gemeinde von Bütthard an. 1911 wurde das Gebäude an einen Privatmann verkauft und als Wohnhaus genutzt. Mehr als 30 Jahre stand es zuletzt leer und verfiel zusehends. Zeitweise bestand die Gefahr des Abrisses des Gebäudes.

2014 wurden die Wandteile, die Fachwerkkonstruktionen und die Dachbalken in das Fränkische Freilandmuseum Bad Windsheim gebracht. Dort begann 2020 der Wiederaufbau, der 2022 abgeschlossen sein wird.


Adresse der Synagoge: In Allersheim: Hauptstr. 20

Neuaufbau im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim

Literatur

  • Töllner, Axel / Haas, Hans-Christof: Bütthard mit Allersheim, in: Wolfgang Kraus, Gury Schneider-Ludorff, Hans-Christoph Dittscheid, Meier Schwarz (Hrsg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Band III/1: Unterfranken, Teilband 1. Erarbeitet von Axel Töllner, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Hans Schlumberger unter Mitarbeit von Gerhard Gronauer, Jonas Leipziger und Liesa Weber, mit einem Beitrag von Roland Flade, Lindenberg im Allgäu 2015, S. 585-603
  • Joachim Braun: Die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Allersheim im Ochsenfurter Gau. In: Würzburger Diözesangeschichtsblätter 2007 S. 535-610.
  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, 32f.