Jüdisches Leben
in Bayern

Acholshausen Synagoge

Die jüdische Gemeinde bestand in Acholshausen seit dem 16. Jahrhundert. Der genaue Zeitpunkt der Erbauung der Synagoge ist nicht bekannt.

Der Zeitpunkt des Synagogenbaus entweder um 1850 oder 1882 angenommen. Die kleine Synagoge (Standort heute: Obere Gasse 1) war an ein 1834 errichtete Wohnhaus angebaut. Eine 1863 fertiggestellte Mikwe (heute: Hugo-Wilz-Straße 8-9) befand sich in der Nähe der Synagoge. Sie ersetzte einen älteren Bau in einem Privathaus, der von den Behörden als unhygienisch eingestuft worden war.

Nach der Auflösung der Gemeinde dürfte die Synagoge nicht mehr in Gebrauch gewesen sein. Sie war bereits 1922 in einen reparaturbedürftigen Zustand. Ein geplanter Abbruch des Gebäudes kam aber nicht zustande.

Die Synagoge wurde beim Novemberpogrom 1938 beschädigt. Bei einem Luftangriff 1944 brannte das Gebäude fast vollständig ab. Es ist heute nur noch eine Mauer erhalten.


Literatur

  • Berger-Dittscheid, Cornelia: Gaukönigshofen mit Acholshausen, in: Wolfgang Kraus, Gury Schneider-Ludorff, Hans-Christoph Dittscheid, Meier Schwarz (Hrsg.): Mehr als Steine... Synagogen-Gedenkband Bayern, Band III/1: Unterfranken, Teilband 1. Erarbeitet von Axel Töllner, Cornelia Berger-Dittscheid, Hans-Christof Haas und Hans Schlumberger unter Mitarbeit von Gerhard Gronauer, Jonas Leipziger und Liesa Weber, mit einem Beitrag von Roland Flade, Lindenberg im Allgäu 2015, S. 613-639
  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, 31