Jüdisches Leben
in Bayern

Abensberg Synagoge

In seiner Bairischen Chronik, die der gebürtige Abensberger Johannes Aventinus (1477-1534) in den 1520ern verfasste, beschrieb er die Situation in seinem Heimatort: "Es haist noch die Judengassen, der Judenprunnen, der Judenpühel (ir grebnus) alda, und die sinagog ist ietzo das schergenhaus der stat". Die jüdischen Familien hatten ihre Wohnungen im Bereich einer Judengasse (heutigen Mahlergasse), in der parallel dazu verlaufenden Schmidtgasse befand sich die genannte Synagoge, die zum "Schergenhaus" (Plan-Nr. 201, heute Schmidtgasse 10?) umgebaut und als Gefängnis genutzt wurde. Erst zwischen 1946 und 1950, nach vielen Umbauten und Umnutzungen, wurde sie endgültig abgerissen.

(Patrick Charell)

Literatur

  • Maximilian Georg Kroiß: "Auf dem Judenbuckel". Abensberg und die Juden. Ein Versuch der Annäherung. Abensberg 2021 (0 Abensberger Hefte. Beiträge zur Geschichte 5).
  • Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 336.
  • Johannes Turmair (Aventinus): Bayerische Chronik, Bd. 2/III - VIII, München 1886 (= Johannes Turmair's, genannt Aventinus, sämmtliche Werke 5), S. 591.