Jüdisches Leben
in Bayern

Abensberg Synagoge

Die jüdische Gemeine lebte bis zur ihrer Vertreibung in der 2. Hälfe des 15. Jahrhunderts in Abensberg. Einige Mitglieder sind noch bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts nachgewiesen. Ihre Lage wird im Bereich der heutigen Schmidtgasse vermutet.

In der in den 1520er-Jahren verfassten Bairischen Chronik des in Abensberg geborenen Johannes Aventinus (1477-1534) schreibt der Chronist zur Situation in Abensberg "Es haist noch die Judengassen, der Judenprunnen, der Judenpühel (ir grebnus) alda, und die sinagog ist ietzo das schergenhaus der stat." Das Synagogengebäude wurde also nach der Vertreibung der jüdischen Familien Ende des 15. Jahrhunderts in das städtische "Schergenhaus" umgewandelt und 1946-50 abgebrochen.

Literatur

  • Kroiß, Maximilian Georg: "Auf dem Judenbuckel". Abensberg und die Juden. Ein Versuch der Annäherung (Abensberger Hefte. Beiträge zur Geschichte Nr. 5), Abensberg 2021
  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, 336
  • Johannes Turmair's, genannt Aventinus, sämmtliche Werke. 5, Bayerische Chronik ; Bd. 2. Buch III - VIII, Vorwort, Glossar und Register zur Bayerischen Chronik, München 1886, S. 591