Spuren der zahlenmäßig kleinen Gemeinde von Fürstenforst (heute Ortsteil von Burghaslach) finden sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. 1774 soll ein Josua Jud als ehemals Hochfürstlich-Ansbachischer Schutzjude in Fürstenforst Schutz der Grafen Castell erhalten zu haben. Archivalische Nachweise im Casteller Archiv aus der Zeit zwischen 1799 und 1803 weisen auf die Aufnahme von sogenannten Schutzjuden hin, die sich gegen eine Geldzahlung in Fürstenforst niederlassen konnten. Einen gesicherten Nachweis über jüdisches Leben in Fürstenforst bildet die Matrikelliste von 1813. Hier werden die acht Familienoberhäupter aufgeführt, die zu dieser Zeit in Fürstenforst lebten. Eine Gesamtzahl der kleinen Gemeinde ist nicht ersichtlich, doch kann man 20 bis 25 Erwachsene vermuten. Die meisten Personen gaben in dieser Aufstellung als Erwerbszweig den Handel an. Mehrfach war der Handel mit optischen Geräten angegeben, aber auch der Handel mit Leder oder Kleidern wird genannt.
Vermutlich unterhielt die Gemeinde eine Schule. Ein noch erhaltenes Gebäude wird von Israel Schwierz (*1943) als Gemeindezentrum identifiziert. Fürstenforst war dem Bezirksrabbinat Uehlfeld unterstellt. Bereits zwischen 1850 und 1900 hat es wahrscheinlich keine jüdischen Familien in Fürstenforst mehr gegeben, zum Beispiel wanderte die Witwe eines der Matrikelstelleninhaber nach Amerika aus.
Literatur
- Johann Fleischmann: Mesusa 5 (2006), S. 75-77.
- Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 168.
