Jüdisches Leben
in Bayern

Ampfing Gemeinde

In Ampfing bestand nur wenige Jahre, von 1946 bis 1948, eine jüdische DP-Gemeinde ("Jüdisches Komitee Ampfing"). Die Mitglieder waren zumeist Überlebende des KZ-Außenlagers Mühldorf. Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete die US-Armee in Ampfing eine Sammelstelle für befreite Häftlinge der umliegenden KZ-Außenlager ein, wofür sie auch privaten Wohnraum und den Gasthof Hinterecker beschlagnahmte (heute Gasthaus Ampfinger Hof, Marktplatz 16). Im April 1946 gründete sich eine DP-Gemeinde, die sich größtenteils selbst verwaltete und von der UNRRA Unterstützung erhielt. Der gewählte Vorstand (Josef Silberspitz, Wilhelm Ziegler) richtete im Gasthaus Hinterecker ein Gemeindezentrum ein, zumal es dort auch ein Festsaal für Veranstaltungen gab. Eine Synagoge bzw. der Betraum der DP-Gemeinde befand sich im Theresianum (ehemalige Pfarrökonomie, St.-Martin-Straße 5). Im März 1947 erreichte die DP-Gemeinde mit 109 Personen einen Höchststand; nach der Gründung des Staates Israel im Mai 1948 wanderten die meisten DPs dorthin aus, die Gemeinde löste sich im Lauf des Jahres allmählich auf.