Jüdisches Leben
in Bayern

Aschaffenburg Gedenktafel

Auf dem jüdischen Friedhof (Teil des Aschaffenburger Altstadtfriedhofes) in der Stadtmitte ist rechts vom Eingang ein Denkmal für die gefallenen jüdischen deutschen Soldaten mit der folgenden Inschrift unter einem Davidstern zu finden (das Denkmal befand sich ursprünglich in der 1938 zerstörten Synagoge der Israel. Kultusgemeinde Aschaffenburg, s.A.):

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DIE ISRAELITISCHE KULTUSGEMEINDE ASCHAFFENBURG IHREN GEFALLENEN HELDEN IM KRIEGE 1914/1918

MORITZ FREUND

GEB.14.11.1889 GEST.16.2.1916

A. HAMBURGER

GEB.20.9.1892 GEF.20.9.1916

F. ROTHSCHILD

GEB.10.7.1882 GEST.2.7.1916

L. DAVIDSBURG

GEB.28.11.1897 GEF.22.10.1916

E. GOLDSCHIDT

GEB.1.4.1888 GEF.31.3.1918

FELIX SOLINGER

GEB.28.2.1890 GEST.12.4.1915

H. OESTREICHER

GEB.26.2.1876 GEF.19.7.1917

BERTH. FRIED

GEB.8.10.1890 GEF.11.8.1914

FRIED. ORNSTEIN

GEB.1.11.1883 GEST.17.11.1918

D. KATZENSTEIN

GEB.28.12.1877 GEF.10.7.1916

OTTO STERN

GEB.2.7.1888 GEF.8.11.1914

W. ROTHSCHILD

GEB.18.2.1896 GEF.25.9.1916

MOSES MAYER

GEB.21.12.1892 GEST.4.4.1918

ERNST LEVY

GEB.7.8.1892 GEF.3.4.1918

SIMON SOLINGER

GEB.20.4.1888 GEST.13.12.1918

W. OESTREICHER

GEB.4.6.1896 GEF.8.5.1916

G. HAMBURGER

GEB.12.3.1893 GEST.9.11.1914

J. GRUENEBAUM

GEB.29.7.1892 GEF.JULI 1916

RICHARD SOLINGER

GEB.10.11.1888 VERMISST 9.3.1916

EHRE DENEN DIE FÜRS VATERLAND IHR LEBEN GABEN.

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Auf dem Friedhof ist ein Grabstein für einen Gefallenen zu finden, der im Feld verstorben ist und hier bestattet wurde:

Hier ruht in Frieden unser lieber, guter Sohn und Bruder

Herr Moritz Freund geb. in Kleinwallstadt 14. Nov. 1889

gest. im Feldlazarett in Carvin 26. Feb. 1916 an den Folgen

erlittener Verwundungen als Soldat im k.b. 17. Inf. Regt.

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Zwei weitere Grabsteine lassen erkennen, daß die hier Bestatteten an den Folgen ihrer Verwundungen gestorben sind:

Hier ruht in Frieden mein innigstgeliebter Sohn, unser Bruder

und Schwager Herr Simon Solinger Vizefeldwebel d.Res. i. 2. b. Jäg. Bat. Inhaber d. Eisernen Kreuzes II. Cl. u. bayr. Verdienstkreuzes m. Krone u. Schwertern, geb. am 20.April 1888,

gest. am 13. Dez. 1918 Dahier

sowie

Hier ruht in Frieden unser unvergesslicher Herr Albert

Lichtenstein geb. zu Aschaffenburg 8.Juni 1882 gest. zu

Danzig 20. Juli 1920 inf. einer sich im Kriege zugez. Krankh.

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Auf dem Friedhof kann man auch das Grab des 1918 gefallenen Dr. Emil Goldschmidt finden. Hier scheinen Angaben bzw. soldatische Symbole entfernt worden zu sein. Heute kann man nur noch die folgende Inschrift erkennen: Dr. Emil Goldschmidt 1.4.1888 - 31.3.1918

Eine Grabinschrift läßt erahnen, wie patriotisch die bayerischen Juden auch in Aschaffenburg waren:

Hier ruht unser geliebter Gatte und Vater Herr Simon Worms Inhaber d. Feldzugzeichen 1870-71 geb. 10. Okt. 1845, gest. 20. Janr. 1909

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Ein weiterer erschütternder Grabstein spricht für sich selbst:

JACOB LEVY

GEB. 7. DEZEMBER 1862, GEST. 13. AUGUST 192

SARA LEVY

GEB. VOGEL GEB. 1. APRIL 1870

GEST. IM APRIL 1941 IN THERESIENSTADT

Am Sockel ist zu lesen:

DEM ANDENKEN UNSERES GELIEBTEN SOHNES UND

BRUDERS ERNST LEVY GEB. 7. AUGUST 1892

GEFALLEN 8. APRIL 1918 IN FRANKREICH

Auf dem Sockel des Grabsteins mit der Aufschrift „Zum Andenken an unsere geliebte Mutter Frau Rosa Mayer geb. Glauberg 7.2.1855 – 21.2.1923" sind die folgenden Zeilen zu lesen:

Zur ehrenden Erinnerung an unseren geliebten, sonnigen Sohn und Bruder Moses Mayer 21. 11. 1893 – 4. 4. 1918

schwer verwundet im Weltkrieg, beerdigt zu Ceude (Frankreich)