Jüdisches Leben
in Bayern

Ansbach Gedenktafel

Am Südturm der ev.-luth. Pfarrkirche St. Johannis ist das städtische Kriegerdenkmal zu finden, auf dem aber – vermutlich wegen der großen Anzahl der Gefallenen – keine Namen, sondern lediglich die Inschrift MCMXIV - MCMVIII IHREN GEFALLENEN SOEHNEN DIE DANKBARE VATERSTADT zu sehen ist.

1926 wurde ein Gedenkbuch „1914/1918 Anbachs Gefallenen zum Gedächtnis" nach Angaben der Angehörigen erstellt, in dem die folgenden jüdischen Soldaten erwähnt sind: Hermann Schloss für das Vaterland 5.Mai 1915; Max Fischer vermißt seit 17.Juni 1916; Fritz Hamburger, Offiziershospitant für das Vaterland 29. September 1918.

Auf dem jüdischen Friedhof sind weitere Grabsteine von bzw. für tote jüdische deutsche Soldaten zu finden.

Ein Grabstein in hebräischer und deutscher Schrift, trägt die Inschrift:

Hier ruht Herr Jakob Frank Soldat im 21 Infant. Rgt. geb. 15. Dez. 1887 gest. 27. Dez. 1915 im Reservelazarett in Fürth Ehre seinem Andenken

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Auf dem Sockel des Grabsteins für Herrn Abraham Hamburger s.A. (Hier ruht Herr Abraham Hamburger geb. 8. Juni 1860 in Colmberg gest 7. April 1916 dahier) kann man zusätzlich die folgende Inschrift erkennen:

Ihm folgte sein Sohn

Fritz Hamburger

er starb für’s Vaterland

29. Sept. 1918

in Stenay = Frankreich

Auf einem weiteren Grabstein ist der Dienstgrad des dort Bestatteten, auf den er als deutscher Patriot offensichtlich sehr stolz war, zu lesen:

Theodor Dietenhöfer Kaufmann Leutnant d.R.

27.Januar 1897 - 9. Dezemb. 1923

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An der westlichen Stadtgrenze von Ansbach befindet sich auf dem Bocksberg das Ulanendenkmal, das 1922 vom Offizierskorps des kgl.bay. 2. Ulanenregiments „König" gestiftet worden ist und die Namen aller Toten dieser Einheit trägt. Auf der Tafel für die 4. Eskadron ist auch der Name des jüdischen Kriegstoten Ul. B. Herz 11. 8. 14 zu erkennen. Er erinnert an den Ulanen Benjamin Herz, „der bei der für das Regiment verlustreichen Attacke von Lagarde am 11. August 1914 gefallen ist".

Bemerkenswert ist die Tatsache, daß der Name auf diesem Denkmal das Dritte Reich überdauert hat, obwohl die Tafeln 1938 durch neue ersetzt worden waren.