Jüdisches Leben
in Bayern

Altenstadt Gedenktafel

In Altenstadt existiert kein kommunales Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, nur für diejenigen des Zweiten im Gemeindeteil Illereichen. Im Rathaus von Altenstadt gibt es jedoch auch heute noch eine 1914 Ehrentafel f. d. i. Weltkrieg Gefallenen, Vermißten und Kriegsteilnehmer 1918 mit einem schwarzen Eisernen Kreuz in der Mitte.

In diesem Kreuz sind ovale Bildtafeln der Gefallenen und Vermißten zu sehen, unter ihnen auch die der beiden jüdischen deutschen Soldaten GUSTAV FEISSEL und JOSEF SIEGFRIED MARX.

Auf dem jüdischen Friedhof im Ortsteil Illereichen befindet sich auf der linken Seite des Eingangstores ein reich verzierter Gedenkstein, auf dem in Goldbuchstaben des im Kriege 1870/71 FÜR GOTT KOENIG VATERLAND - DURCH EINHEIT ZUR FREIHEIT auf dem Felde der Ehre gebliebenen Mitgliedes der Israelitischen Gemeinde Altenstadt MORITZ WALLENHEIMER gefallen durch eine tödliche Kugel in der Schlacht bei Orleans am 2. Dec. 1870 gedacht wird.

Auf der rechten Seite des Tores ist ein weiterer Gedenkstein zu sehen, auf dem – ebenfalls in Goldbuchstaben – der folgende Text zu lesen ist:

1914=18 Ihren im Kampf für das deutsche Vaterland gefallenen und gestorbenen Helden, Gustav Feißel, Isak Gerstle, Siegfried Marx, zum ewigen Gedenken die dankbare Kultusgemeinde Altenstadt.

altenstadt-1.jpg (39932 Byte) altenstadt-2.jpg (105605 Byte)


altenstadt-3.jpg (18497 Byte)


Auf dem Friedhofsgelände ist unweit des Einganges ein großer Grabstein mit der leider nicht mehr vollständig leserlichen Inschrift zu finden:

RUHESTÄTTE UNSERES HEISSGELIEBTEN,

HOFFNUNGSVOLLEN SOHNES UND BRUDERS

SIEGFRIED MARX

GEB. AM 10.MAY 1895

GEST. IN MÜNCHEN

IM DIENSTE DES VATERLANDES

ERS.BTL./BAYR.I.LEIB R...

Zwei weitere Grabstätten bekunden die Vaterlandsliebe der bayerischen Juden. Auf dem einen Grabstein ist die folgende Inschrift gut zu erkennen:

Hier ruht in Frieden unser teurer Vater und Großvater

Kriegsteilnehmer v. 1870/71 Herr Isak Freimark aus

Homburg a.M. geb. 24. Aug. 1846 gest. 27. Juli 1926

auf dem anderen, nahe des Einganges kann man folgenden Text lesen:

KARL FRIEDMANN KRIEGSTEILNEHMER 1914/18

GEB. 22.8.1882

GEST. 25.8.1933

GIDA FRIEDMANN GEB. METZGER 2.6.1883

DEPORTIERT NACH POLEN 1942