Jüdisches Leben
in Bayern

Utting - KZ-Friedhof und Gedenkstätte Friedhof

Der KZ-Friedhof befindet sich im Wald rechts der Straße zwischen Utting und Holzhausen; der Weg ist teilweise ausgeschildert. Am Ende der Schönbachstraße beginnt ein Fußweg zum Friedhof.

Der Friedhof entstand im Zusammenhang mit Opfern aus den Lagern V und X des KZ-Außenlagerkomplexes Landsberg/Kaufering. Der Friedhof wurde unmittelbar nach Kriegsende von Überlebenden der Lager errichtet und 1949/50 mit Hilfe des Bayerischen Landesentschädigungsamtes und des Landratsamtes neu angelegt und ein Denkmal errichtet. Die Grablegen der Toten sind nicht überliefert, in der Anlage befinden sich individuelle Grabsteine und eine Gedenktafel.

Die Größe beträgt 307 qm. Es sind mindestens 27 unbekannte Opfer der Außenlager V und X begraben.

Eine massive, sehr niedrige Mauer umgibt den Friedhof; am Eisentor sind zwei Davidsterne angebracht. Ein Kiesweg führt zum Denkmal Das Denkmal haben ehemalige Häftlinge gestaltet. Das Relieffeld mit dem gebrochenen Stamm symbolisiert den Stamm Israel mit der Inschrift: „Hier ruhen unsere 27 Brüder / die vom Naziregime durch Hunger und Pein zu Tode gequält wurden / Die restgeretteten Schaulener Landsleute". Der Name nimmt Bezug auf die Stadt Šiauliai (Schaulen) in Litauen. Links des Denkmals ist eine Gedenktafel in die Mauer eingelassen, rechts liegen zwei große, mit Ziersträuchern bepflanzte Massengräber, auf denen jeweils ein Grabstein steht.

Literatur

  • Werner, Constanze (Bearb.): KZ-Friedhöfe und Gedenkstätten in Bayern. „Wenn das neue Geschlecht erkennt, was das alte verschuldet …", Regensburg 2011
  • FranKonzept (Hg.): Machbarkeitsstudie für einen Dokumentationsort zum ehemaligen
    KZ-Außenlagerkomplex Landsberg / Kaufering, Würzburg 2016
  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, 332f.