Jüdisches Leben
in Bayern

Mellrichstadt Friedhof

Der jüdische Friedhof Mellrichstadt liegt an einem Hügel südlich der Stadt. Er hat eine Größe von über 3500 qm und wurde 1869 angelegt. Es sind noch etwa 140 Grabsteine erhalten.


Lage: Hügel südlich der Stadt, hinter der Bundeswehrkaserne. 

Größe: 3590 qm; Einfriedung durch einen Maschendrahtzaun, der 2001 durch eine Kalksteinmauer ersetzt wurde. 

Alter: 13. November 1869 (alter Teil), Vergrößerung 1922. 

Beerdigungen: Vor Anlage des Friedhofs setzte man die Verstorbenen in Kleinbardorf bei. Rechts des Eingangstores Kinder-, dahinter Erwachsenengrüber. Die Gemeinde existierte bis 1942. Es sind insgesamt 140 Grabsteine erhalten. 

Besonderheiten: In der Gemeinde existierte je eine Chewra Kaddischa für Männer und Frauen. 

Schändungen: Während der NS-Zeit. Nach 1945 stellte man den verwüsteten Friedhof wieder her, richtete dabei allerdings die Grabsteine in der falschen Richtung auf. 1997 Beschädigung durch Windbruch 1997; die Grabsteine blieben dabei weitgehend verschont.

Fotodokumentation „Steinerne Zeugnisse“:

Israel Schwierz hat uns großzügigerweise die Originalfotografien zu seiner 1988 erschienenen Dokumentation „Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern“ überlassen. Dafür gilt ihm unser großer Dank. Diese Fotografien stellen gerade im Hinblick auf die in vielen Fällen in den letzten 25 Jahren sehr rasch fortgeschrittene Verwitterung der Grabsteine eine wertvolle Quelle dar.

Literatur

  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, 98f.
  • Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (18) [Mellrichstadt, Floß, Kleinheubach, Buttenheim]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 11, Nr. 75 (Dezember 1997), S. 14-17, hier S. 14
  • Albert, Reinhold: Jüdische Friedhöfe im Landkreis Rhön-Grabfeld (Schriftenreihe der Kulturagentur des Landkreises Rhön-Grabfeld Heft 1). Mellrichstadt 2015,