Jüdisches Leben
in Bayern

Ingolstadt Friedhof

Der jüdische Friedhof befindet sich im Westen als östlicher Teil des Ingolstädter Westfriedhofs. Er wurde 1891 eingeweiht.

Lage: Im Stadtwesten als östlicher Teil des Ingolstädter Westfriedhofs. 

Alter: 1891 eingeweiht mit der Bestattung des Mädchens Elsa Süss-Schülein (30. Dezember 1891). Ihr Grabstein trägt die Inschrift: „In den Tagen des Chanukka-Festes wurde diese heilige Erde zum Haus des Lebens eingeweiht. Durch den Tod des Mädchens Elsa Süss-Schülein. Sie starb am Montag, dem 27. Kislew, und wurde hier am Montag dem 29. begraben. Jahr 652 nach der kleinen Zählung (1891). Ihre Seele sei eingebunden im Bund des Lebens“. Vor 1891 hatte man die Juden von Ingolstadt u.a. in Hainsfarth beigesetzt. Gedenksteine für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten und für die Opfer des Nationalsozialismus. 

Beerdigungen: 51 Grabsteine nach einer Zählung von 1995 links vom Tor in vier Reihen; nach 1945 fanden hier Verstorbene aus dem Lager für jüdische DPs in Eichstätt ihre letzte Ruhe, zuletzt im Januar 1949. 

Besonderheiten: Rechts neben dem Tor großes Tahara-Haus mit einer angebauten kleinen Wohnung für den einstigen Friedhofswärter. Die Hauptfassade ist durch drei große Rundbögen gekennzeichnet. In der Gemeinde war eine Chewra Kaddischa tätig. 

Schändungen: Demolierung des Inneren des Tahara-Hauses durch einen SA-Trupp im Zuge der „Reichspogromnacht“ 1938.


Einen Plan des Friedhofs mit den Grabsteinreihen und einer Namensliste hat der Jüdisch Historische Verein Augsburg erarbeitet.

Literatur

  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, S. 312-314
  • Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (24) [Mühlhausen, Schwanfeld, Gerolzhofen, Ingolstadt]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 14, Nr. 81 (Dezember 1999), S. 14-16, hier S. 16