Jüdisches Leben
in Bayern

Illereichen Friedhof

Der jüdische Friedhof liegt an einem Berghang südlich von Illereichen. Er hat eine Größe von fast 3000 qm und wurde 1719 angelegt. Es sind über 200 Grabsteine erhalten. Die letzte Beerdigung fand 1942 statt.

Lage: An einem Berghang südlich von Illereichen. 

Größe: 2879 qm; massive Steinmauer von 1928 mit zwei Toren rund um den Friedhof. Das große schmiedeeiserne Tor trägt die hebräische Inschrift „Die Lebenden werden sterben und die Toten werden leben“. 

Alter: 1719. Die Inschrift der Gedenktafel lautet: „Dieser Friedhof wurde im Jahre 1719 von Gräfin Maria Anna von Lymburg Styrum zu Illereichen der Israelitischen Kultusgemeinde angewiesen. In den Jahren 1785 u. 1867 wurde derselbe erweitert u. 1928 mit dieser Mauer umgeben“. 

Einzugsbereich: Der Friedhof diente den Juden aus dem benachbarten Altenstadt als Grablege. 

Beerdigungen: Nach einer neueren Zählung sind 233 steinerne Grabsteine erhalten. Von den zahlreichen hölzernen Grabmälern waren 1931 nur noch zwei erhalten. Im Inneren des Torbogens Gedenkstein für die im Krieg 1870/71 gefallenen Gemeindemitglieder (links) und für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs (rechts). Vorne am Tor neuerer, dahinter älterer Teil, rechts vom Haupteingang Kindergräber. Auf dem Gelände, das nur zur Hälfte belegt ist, befinden sich zahlreiche sehenswerte Grabsteine von Rabbinern (z.B. Abraham und Meier Meyer, Emanuel Schwab) und angesehenen Bürgern. Die letzte Beerdigung war die der am 12. April 1942 verstorbenen Klara Wassermann. 1992 brachte man eine Gedenktafel für die aus Altenstadt deportierten und ermordeten Juden an. 

Besonderheiten: Seit 1747 gab es in der Gemeinde eine Chewra Kaddischa. 

Schändungen: Juni 1924.

Bilder

Literatur

  • Rose, Hermann: Geschichtliches der Israelitischen Kultusgemeinde. Altenstadt, Altenstadt 1931
  • Schwierz, Israel: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, 2. Aufl. München 1992, 265
  • Trüger, Michael: Jüdische Friedhöfe in Bayern (2) [Altenstadt-Illereichen, Walsdorf, Georgensgmünd, Bad Kissingen]. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 8, Nr. 59 (Mai 1993), S. 19-20, hier S. 19