Die Glossare des HdBG

Zisterzienser (Ordo Cisterciensis OCist) Detailansicht

Stichwörter: Zisterzienser, Zisterzienser (Ordo Cisterciensis OCist)


Der Orden entstand Ende des 11. Jahrhunderts in Burgund, zunächst als Reformbewegung innerhalb der Benediktiner. Die ersten Zisterzienser waren Mönche der Abtei Molesme. Sie errichteten 1098 im Tal von Citeaux bei Dijon das „Neue Kloster“ als Alternativmodell zum Zentralismus und der Prunkliebe der mächtigen Abtei Cluny. Bereits 1100 erging der erste päpstliche Schutzbrief für Citeaux, dessen lateinischer Ortsname Cistercium als Bezeichnung für den neuen Orden übernommen wurde. Seine Statuten orientierten sich nur sinngemäß, aber nicht buchstäblich an der Regel des hl. Benedikt.
Besonderheiten der frühen Zisterzienser waren die weitgehende Selbstständigkeit der einzelnen Klöster und das Streben nach Freiheit von der Vogtei. Die Mönche waren ursprünglich zu harter körperlicher Arbeit verpflichtet. Im Orden fanden jedoch bald zahlreiche Laienbrüder (Konversen) Aufnahme. Sie ermöglichten den Klöstern den Betrieb von Grangien, das sind umfangreiche landwirtschaftliche Gutshöfe. Deshalb sollten neue Klöster (Zisterzen) nur in unbewohnten Gegenden gegründet werden. In allen Bereichen strebte der Orden nach Einfachheit.
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Literatur: Binding, Günther / Untermann, Matthias: Kleine Kunstgeschichte der mittelalterlichen Ordensbaukunst in Deutschland, Darmstadt 1985, 3. ergänzte Auflage 2001, S. 171-185;
Krausen, Edgar: Die Klöster des Zisterzienserordens in Bayern, München 1953;
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 2001, Band 10, Sp. 1466-1470;
Schneider, Ambrosius u.a. (Hrsg.): Die Zisterzienser. Geschichte – Geist – Kunst, Köln 1974, 3. Auflage 1986;
Wollenberg, Klaus: Die Zisterzienser in Altbayern, Franken und Schwaben (Hefte zur Bayerischen Geschichte und Kultur Bd.7), München 1988.

Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)