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Stichwörter: Zentrum (Zentrumspartei)


Die Bayerische Zentrumspartei ist eine katholisch-konservative Partei, die 1887 aus der Bayerischen Patriotenpartei hervorgegangen ist. Sie vertrat vor allem die Interessen der agrarischen sowie der kleingewerblichen und mittelständischen Bevölkerungsgruppen. Die Namensänderung erfolgte in Angleichung an die gleichnamige katholische Partei auf Reichsebene, mit der sie eine Fraktionsgemeinschaft bildete. Sie hatte in der Kammer der Abgeordneten von 1869 bis 1918 die Mehrheit der Sitze. Sie kämpfte gegen "preußischen" Zentralismus und Nationalismus im Reich. Außerdem wandte sie sich gegen den Liberalismus, besonders in der Schulpolitik, und stand daher von 1869 bis zum Ersten Weltkrieg in Gegensatz zu den liberal geprägten Regierungen in Bayern. Sie fühlte sich der katholischen Kirche in besonderer Weise verbunden und vertrat ihre Interessen; daher waren in ihrer Fraktion auch viele (meist einfache) Geistliche vertreten (um 1900 19 von 83 Abgeordneten). Die Bayerische Zentrumspartei hatte einen linksgerichteten "bäuerlich-demokratischen-partikularistischen" Flügel, dessen Führer Georg Heim und Heinrich Held waren, und einen rechtsgerichteten konservativ-adligen Flügel unter Georg Graf von Hertling, der reichsfreundlicher war und die Unterstützung der hohen Geistlichkeit fand. 1918 wurde sie unter der Bezeichnung "Bayerische Volkspartei" (BVP) neu gegründet.

Quelle: Aus: CD-ROM und Internet-Projekt: Geschichte des bayerischen Parlaments, www.parlament.hdbg.de
Aus: Parlamentarismus