Die Glossare des HdBG

Wallfahrten, eucharistische Detailansicht

Stichwörter: Wallfahrten, Wallfahrten, eucharistische


Nachdem sich im Hochmittelalter die eucharistische Frömmigkeit zunehmend intensiviert hatte (Viertes Laterankonzil 1215, Einführung des Fronleichnamsfestes 1264), entstanden zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert zahlreiche eucharistische Wallfahrtsorte, die sich den älteren Pilgerfahrten ins Hl. Land, zu den Gräbern und Reliquien von Aposteln, Märtyrern und weiteren Heiligen sowie zu wundertätigen Gnadenbildern (v. a. Marias) an die Seite stellten. Der Raum des heutigen Bayern bildete dabei einen besonderen Schwerpunkt. Die Entstehung der Wallfahrten wird fast immer auf ein Hostienwunder zurückgeführt, das sich bei versehentlicher oder vorsätzlicher Verunehrung der Hostie (selten Wein) ereignet haben soll. Einer der möglichen Topoi bildeten Hostienfrevel durch Juden. Typische Patrozinien der Wallfahrtskirchen waren Heilig Blut, St. Salvator, Zu Unserm Herrn oder Zum Heiligen Grab. Ab dem 16. Jahrhundert überlagerten vielfach marianische Kulte und wundertätige Salvatorbilder die bisherigen eucharistischen Wallfahrten; neue kamen kaum noch hinzu.

Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns