Die Glossare des HdBG

Volksbanken und Raiffeisenbanken Detailansicht

Stichwörter: Volksbanken und Raiffeisenbanken


Angesichts der Finanzierungsprobleme von Landwirtschaft und Handwerk entstanden in den Staaten des Deutschen Bundes ab 1850 Kreditgenossenschaften nach Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883), die späteren Volksbanken, und Kreditgenossenschaften nach Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888), die späteren Raiffeisenbanken. Beide Richtungen unterschieden sich in Größe und Ausrichtung der Einzelgenossenschaften. Die eher gewerblich-städtisch orientierten Volksbanken gibt es in Bayern seit 1862, die auf landwirtschaftlich-dörfliche Bedürfnisse zugeschnittenen Raiffeisengenossenschaften seit 1877. Die Zahl der Volksbanken und Raiffeisenbanken nahm bis 1927 bzw. 1936 zu, um seitdem durch Fusionen stetig zu sinken. Dachorganisationen waren die seit 1868 bzw. 1893 gegründeten gewerblichen und landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbände, die in der Folgezeit schrittweise fusionierten. Seit 1922 bestand in Bayern nur noch ein Dachverband für die Volksbanken und ab 1934 einer für die Raiffeisenbanken. Nachdem sich nach 1945/48 die Geschäftsfelder der Volks- und Raiffeisenbanken immer mehr anglichen und sie sich gleichzeitig auch dem Nichtmitgliedergeschäft öffneten, konnten die beiden Dachverbände nach dem Vorbild der meisten übrigen Bundesländer 1989 zum Genossenschaftsverband Bayern fusionieren.

Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns