Stichwörter: Terziaren
Männliche und weibliche Angehörige (Terziarinnen) eines Dritten Ordens. Man unterscheidet dabei weltliche und klösterliche Terziaren.
1. Weltliche Dritte Orden
Bereits im 11. Jahrhundert existierten die Oblaten der Benediktiner. Ab dem 12. Jahrhundert nahmen die Prämonstratenser außerhalb ihrer Klöster auch Kleriker und Laien in den Orden auf.
Noch zu Lebzeiten des hl. Franz von Assisi entstanden die Terziaren der Franziskaner für Männer und Frauen in der Welt. Sie erhielten bereits 1289 die päpstliche Bestätigung ihrer Regel als Tertius Ordo Franciscanus (TOF). Politisch bedeutsam war die Verpflichtung der Terziaren zur Verweigerung von Waffendienst und Eidesleistung. Nach der Abspaltung der Minoriten und der Kapuziner entstanden jeweils auch entsprechende Zweige des TOF. Die verwirrende Vielfalt des TOF beendete Papst Paul VI. im Jahr 1978. Seither existiert weltweit nur noch der Ordo Franciscanus Saecularis (OFS) mit fast einer halben Million Mitgliedern. Der OFS trägt in Deutschland und Österreich auch den Namen Franziskanische Gemeinschaft (FG), in der Schweiz wird er als Franziskanische Laiengemeinschaft (FLG) bezeichnet.
Relativ große Bedeutung hat auch die Dominikanische Gemeinschaft. Weitere bekannte weltliche Dritte Orden sind die Terziaren der Augustiner (das heißt Augustinereremiten), die Terziaren der Karmeliten bzw. der Unbeschuhten Karmeliten und die Terziaren der Serviten.
2. Klösterliche Dritte Orden
Entgegen der eigentlichen Ursprungsidee des Lebens der Terziaren mitten in der Welt bildeten sich bereits im frühen 14. Jahrhundert auch klösterliche Gemeinschaften. Dies war auch eine Folge des Misstrauens der Kirche gegenüber den Laienbewegungen. Insbesondere unter der Regel der Franziskaner entstand bis heute eine kaum mehr überschaubare Fülle von Gemeinschaften, überwiegend für Frauen.
Auch innerhalb der Kapuziner, der Augustinereremiten, der Beschuhten und Unbeschuhten Karmeliten und der Serviten existieren, insbesondere für Frauen, klösterliche Niederlassungen der Dritten Orden.
Eine Sonderform klösterlicher Dritter Orden, ausschließlich für Kleriker, ist der im 15. Jahrhundert entstandene franziskanische Tertius Ordo regularis (TOR).
Literatur: Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 2000, Band 9, Sp. 1349-1352.
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)