Die Glossare des HdBG

Städtische Bibliotheken (Mittelalter/Frühe Neuzeit) Detailansicht

Stichwörter: Städtische Bibliotheken, Städtische Bibliotheken (Mittelalter/Frühe Neuzeit)


Bibliotheken in städtischer Trägerschaft waren vor dem 19. Jahrhundert selten. Die meisten Bibliotheken waren kirchlichen, klösterlichen oder schulischen Institutionen angegliedert. Ansätze zu eigenständigen Ratsbibliotheken entwickelten sich im Spätmittelalter in Form von Handbüchereien der Stadtverwaltung. Lediglich die Nürnberger Ratsbibliothek erreichte bereits im 15. Jahrhundert eine über eine Amtsbücherei hinausgehende Bedeutung. Ansonsten entstanden städtische Bibliotheken erst im 16. Jahrhundert (und auch nur in Reichsstädten) durch die Übernahme der bei der Reformation aufgehobenen Klöster. Die größte und wichtigste Stadtbibliothek des 16. Jahrhundert bestand in Augsburg. Im 17. und 18. Jahrhundert stagnierte die Entwicklung der Stadtbibliotheken. Bei der Mediatisierung wurden 1810 alte Stadtbibliotheken wie die von Augsburg und Regensburg mit Provinzial- oder Kreisbibliotheken vereinigt oder gingen ganz in ihnen auf. Andere wie die von Nürnberg blieben unverändert weiter bestehen.

Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns