Stichwörter: Speyerer Zeitung/Neue Speyerer Zeitung
Der Speyrer Buchdrucker Jakob Christian Kolb (1766-1827) veröffentlichte ab 1814 die "Speyerer Zeitung". Nachdem die Pfalz 1816 bayerisch geworden war, erschien die Zeitung in erweiterter Form als amtliches Organ der Kreisregierung und führte seitdem den Titel "Neue Speyerer Zeitung". Nach dem Sturz von Montgelas 1817 und den darauf folgenden personellen Veränderungen in der pfälzischen Verwaltung verlor die "Neue Speyerer Zeitung" ihren amtlichen Charakter und war fortan ein von der Zensur misstrauisch beäugtes liberales Blatt. Unter der Herausgeberschaft von Georg Friedrich Kolb (1808-1884) ab 1830 verlor die Zeitung ihre weitgehend konkurrenzlose Stellung als regierungskritisches Organ des gemäßigten pfälzischen Liberalismus. Nach der gescheiterten Revolution von 1848/49 wurde Kolb, der Abgeordneter im Frankfurter Paulskirchen-Parlament gewesen war, zunächst verhaftet und seine Zeitung verboten. Obwohl die "Neue Speyerer Zeitung" ab 1850 wieder erscheinen konnte, sorgten ein amtlich organisierter Boykott in Verbindung mit restriktiven Zensurvorschriften für den wirtschaftlichen Niedergang des Blatts. 1853 stellte die "Neue Speyerer Zeitung" ihr Erscheinen ein.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns