Die Glossare des HdBG

Sozialismus Detailansicht

Stichwörter: Sozialismus


Im 19. Jahrhundert entstandene Bewegung, die sich gegen die kapitalistische Wirtschaftsstruktur und das Herrschaftsgefüge in Staat und Gesellschaft richtet. Ziel ist die Beseitigung der Ungleichheit in der Gesellschaft. Sozialistische Anschauungen haben sich historisch in zahlreichen Spielarten niedergeschlagen, zu denen auch der Marxismus gehört. Zur Erringung der Gleichheit als Voraussetzung für die Freiheit sollen die Produktionsmittel in Gemeineigentum überführt und der kapitalistische Markt durch staatliche Planwirtschaft ersetzt werden. Der besondere Beitrag des Marxismus liegt in der Vorstellung, dass sich das Proletariat (die Arbeiterklasse) nur durch "Klassenkampf" gegen das Bürgertum von der Ausbeutung durch dieses befreien kann. Reformen seien zwecklos; nur der gewaltsame Sturz der kapitalistischen Gesellschaft, die soziale Revolution und die Machtergreifung des Proletariats ("Diktatur des Proletariats") würden die Gleichheit herbeiführen. Die Sozialdemokratie distanzierte sich im Lauf ihrer Geschichte zunehmend von der Vorstellung, dass es nur zwei Klassen mit entgegengesetzten Interessen gebe (die der Mittellosen und die der Eigentümer), und lehnt daher die Idee des Klassenkampfes ab. Besonders in der bayerischen Sozialdemokratie entwickelte sich um 1890 die Vorstellung, dass die gesellschaftlichen Gegensätze durch Reformen schrittweise ausgeglichen werden könnten (Reformismus).

Quelle: Aus: CD-ROM und Internet-Projekt: Geschichte des bayerischen Parlaments, www.parlament.hdbg.de
Aus: Parlamentarismus