Die Glossare des HdBG

Schulpolitik (Weimarer Republik) Detailansicht

Stichwörter: Schulpolitik, Schulpolitik (Weimarer Republik)


Die bayerische Schulpolitik der Weimarer Zeit prägten zwei höchst gegensätzliche Kultusminister, die antagonistische politisch-weltanschauliche Strömungen (Sozialismus, politischer Katholizismus) repräsentierten: Johannes Hoffmann (MSPD, 1867-1930) und Franz Matt (BVP, 1860-1929). Im Mittelpunkt der von Hoffmann betriebenen Schulpolitik standen die das Volksschulwesen betreffenden Reformen zur Trennung von Schule und Kirche, während es im beruflichen und höheren Schulwesen nur zu geringfügigen Veränderungen kam. Hoffmanns kompromisslose, auf dem Verordnungsweg rasch durchgesetzte laizistische Schulpolitik traf im stark konfessionell geprägten Bayern auf zahlreiche Gegner. Sein Nachfolger Franz Matt korrigierte die Hoffmannschen Reformen: Er setzte die Rekonfessionalisierung des Schulwesens durch und stärkte den Einfluss der Kirchen auf die Volksschulen.

Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns