Stichwörter: Reliquien
In vielen Religionen werden die Überreste (lateinisch reliquiae) heiligmäßiger Personen verehrt. Durch Überreste seines irdischen Körpers, seiner Kleidung oder von Gegenständen bleibt der Heilige nicht nur historisch präsent. Die Reliquien helfen dem Gläubigen zugleich bei der Bitte um Vermittlung göttlichen Beistands. Neben originären Reliquien gibt es auch Berührungsreliquien.
Am Ende des Mittelalters nahm die Reliquienverehrung der alten Kirche Auswüchse an, die bei den Anhängern der Reformation zur radikalen Ablehnung sämtlicher Reliquien führten. In der katholischen Kirche hingegen erlebten die Reliquien, durch die Wiederentdeckung der spätantiken Katakomben außerhalb von Rom, eine neue Blüte im Zeitalter des Barock.
Literatur: Das Halle´sche Heiltum. Reliquienkult und Goldschmiedekunst der Frührenaissance in Deutschland. (Handschriften aus bayerischen Bibliotheken auf CD-ROM), hrsg. von der Bayerischen Staatsbibliothek, dem Haus der Bayerischen Geschichte und der Hofbibliothek Aschaffenburg, Augsburg 2002;
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1999, Band 8, Sp. 1091-1094.
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)
Überbleibsel von Heiligen und Seligen. Im engeren Sinne die Überreste des Körpers (Reliquien von den Gebeinen, Haaren etc.), im weiteren Sinne auch Gegenstände, die zu dem Heiligen in Beziehung standen (Kleider, benutzte Geräte).
Aus: Reliquienkult und Goldschmiedekunst