Stichwörter: Reichsvereinigung der Juden in Deutschland
Am 17. Dezember 1933 wurde die "Reichsvertretung deutscher Juden" in Berlin gegründet, um in der NS-Herrschaft eine legitimierte Vertretung zu besitzen, die als Sprecherin des gesamten deutschen Judentums auftreten konnte. Im Zug der Nürnberger Rassegesetzte 1935 wurde sie in "Reichsvertretung der Juden in Deutschland“ umbenannt und wandelte sich in eine direkt der Gestapo unterstellte Zwangsvereinigung, der alle vom NS-Regime als „Rassejuden“ bezeichneten Personen automatisch angehörten. Sie fungierte unter anderem als Rechtsnachfolgerin der israelitischen Kultusgemeinden nach deren meist erzwungener Auflösung und war damit für den Verkauf der Synagogen und anderer Immobilien zuständig. Am 10. Juni 1943 schloss die Gestapo die Geschäftsstelle der Reichsvereinigung in Berlin-Charlottenburg, deportierte die Mitarbeiter und beschlagnahmte das Vermögen.
Quelle: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 1665.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern
(hdbg.eu/juedisches_leben)