Stichwörter: Reichskreis
Im Zuge der Reichsreform im 16. Jahrhundert Einteilung des Reichs in Kreise mit Übertragung verschiedener wichtiger Verwaltungs- und Ordnungsfunktionen.
Quelle: Aus: Hefte zur Bayerischen Geschichte und Kultur 9/89
Aus: Politische Geschichte Bayerns
Von Kaiser Maximilian I. (reg. 1486-1510) im Jahr 1500 geschaffene, neue Verwaltungsbezirke im Heiligen Römischen Reich, zunächst sechs, ab 1512 zehn. Der "Bayerische Reichskreis" bestand um 1800 aus dem Herzogtum Bayern (Altbayern, ab 1628 inkl. Oberpfalz) und dem Erzstift Salzburg als führenden Mächten. Zum Kreis gehörten zudem die Hochstifte Freising, Passau, Regensburg, die Fürstpropstei Berchtesgaden, die Reichsabtei Sankt Emmeram sowie die Reichsabteien Ober- und Niedermünster (b. Regensburg), auf weltlicher Seite die Herzogtümer Pfalz-Neuburg und Herzogtum Pfalz-Sulzbach, die gefürstete Landgrafschaft Leuchtenberg, die Gefürstete Grafschaft Störnstein, die Reichsgrafschaft Breitenegg, die Grafschaften Haag, Ortenburg und Hohenwaldeck, die Herrschaften von Ehrenfels, Sulzbürg-Pyrbaum, sowie die freie Reichsstadt Regensburg. Der "Fränkische Reichskreis" war im Vergleich deutlich weniger einheitlich. Er erstreckte sich von der Fränkischen Saale bis zur Altmühl und umfasste die größten Teile um den oberen und mittleren Main, die in etwa den bayerischen Regierungsbezirken Ober-, Mittel- und Unterfranken entsprachen, allerdings ohne die kurmainzischen Besitzungen des Oberen Stiftes um Aschaffenburg. Er umfasste um 1800 die Hochstifte Bamberg, Eichstätt und Würzburg, sowie die Ballei Franken des Deutschen Ordens, Teile des Herzogtums Sachsen-Meiningen, die Markgrafentümer Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Kulmbach (ab 1604 Brandenburg-Bayreuth), die gefürsteten Grafschaften Henneberg, Hohenlode-Waldenburg, Löwenstein-Wertheim und Schwarzenberg, die Grafschaften Castell, Erbach, Hohenlohe und Rieneck, die Herrschaften Hausen, Limpurg, Reichelsberg, Seinsheim und Wiesentheid, sowie die freien Reichsstädte Nürnberg, Rothenburg, Schweinfurt, Weißenburg und Windsheim.
Quelle: Bayern im Zeitalter von Reformation und Gegenreformation. In: Haus der Bayerischen Geschichte / Manfred Treml (Hg.): Politische Geschichte Bayerns. München 1989 (= Hefte zur Bayerischen Geschichte und Kultur 9/89), S. 26-32. // Rainer A. Müller: Reichsstadt-Stadt des Reiches. [Inkl. Angaben zu den Reichskreisen und der Struktur des HRR]. In: Haus der Bayerischen Geschichte / Rainer A. Müller u.a. (Hg.): Reichsstädte in Franken. Katalog zur Bayerischen Landesausstellung 1987. München 1987 (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 14), S. 227-246. // Winfried Dotzauer: Die Deutschen Reichskreise in der Verfassung des Alten Reiches und ihr Eigenleben 1500-1806. Darmstadt 1989. // Haus der Bayerischen Geschichte / Rudolf Endres u.a. (Hg.): Der Fränkische Reichskreis. Augsburg 2003 (= Hefte zur bayerischen Geschichte und Kultur 29).
Aus: Jüdisches Leben in Bayern
(hdbg.eu/juedisches_leben)