Stichwörter: Prämonstratenser, Prämonstratenser (Canonici Regulares Ordinis Praemonstratensis OPraem)
Gründer war der hl. Norbert (1080-1134). Bereits als Kind übergab ihn seine adlige Familie dem Stift St.Viktor in Xanten. Der Augustiner-Chorherr schied aufgrund seines Ideals einer besonders strengen Lebensweise aus dem Kapitel aus. Nach mehreren Jahren als Eremit und Wanderprediger gründete Norbert 1120 bei der Klause im Wald von Prémontre eine neue Gemeinschaft. Prämonstratenser sind, gleich den Augustiner-Chorherren, keine Mönche im eigentliche Sinn, sondern Regularkanoniker, jedoch in einer sehr strengen Form.
1126 bestätigte Papst Honorius II. die ganz auf die Persönlichkeit des hl. Norbert orientierte Reformbewegung. Zu einem richtigen Orden wurden die Prämonstratenser erst nach dem Tod Norberts als Bischof von Magdeburg, durch die Arbeit des Abts Hugo von Prémontre (zur Rolle der Frauen im Orden siehe: Prämonstratenserinnen).
Gleich den Klöstern der Benediktiner sind die Stifte der Prämonstratenser selbstständig. Der Eintritt erfolgt nicht in den Orden, sondern jeweils in ein bestimmtes Stift. Wie Zisterzienser verfügten die Prämonstratenser ursprünglich über zahlreiche Laien für eine ausgedehnte Rodungstätigkeit und Landwirtschaft. Die Norbertiner erlebten ihre Blüte schon im 12. Jahrhundert. Ihre Hauptaufgabe neben dem Chorgebet war die Seelsorge in zahlreichen Pfarreien. 1409 erreichte der Orden die Unabhängigkeit der Stifte von der geistlichen Aufsicht der Diözesen.
In ihrer Frühzeit war auch die Sorge für Kranke und Arme, oft in eigenen Hospitälern ein wichtiger Auftrag der Prämonstratenser. Mit dem Aufkommen der neuen Bettelorden verloren die Prämonstratenser an Attraktivität. Erst im Barock erlebten die Stifte eine zweite und zugleich letzte große Blüte.
Literatur: Backmund, Norbert, Die Chorherrenorden und ihre Stifte in Bayern, Passau 1966, S. 159-168;
Backmund, Norbert, Geschichte des Prämonstratenserordens, Grafenau 1986;
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1999, Band 8, Sp. 505-510.
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)