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Piaristen (Ordo Clericorum Regularium Pauperum Matris Dei Scholarum Piarum SP) Detailansicht

Stichwörter: Piaristen, Piaristen (Ordo Clericorum Regularium Pauperum Matris Dei Scholarum Piarum SP)


Die Gemeinschaft zählt zu den Regularkanonikern und arbeitet seit ihrer Gründung im Schul- und Bildungswesen. 1597 errichtete der hl. Josef von Calasanza (1557-1648), ein spanischer Priester, in Rom eine kostenlose Volksschule. 1612 schlossen sich die Lehrer in einer Kongregation zusammen, die bereits 1621 als Orden anerkannt wurde. 1646 fielen die Piaristen vorübergehend beim Heiligen Stuhl in Ungnade und waren bis 1659 Repressalien ausgesetzt. Ihre Blüte erlebten sie im 18. Jahrhundert. Besonders beliebt wurden die Piaristen in Böhmen, Österreich und in Südwestdeutschland.
Der Orden war, ähnlich den Jesuiten, zentral organisiert und in Provinzen eingeteilt. Seine Niederlassungen wurden von Rektoren geführt. Sie umfassten stets nur einige Lehrer und gegebenenfalls einen Laienbruder für die Hausarbeiten. Die Konvente lebten zusammen in der jeweiligen Schule. Diese „Häuser“ besaßen keine eigenen Kirchen.
Literatur: Backmund, Norbert: Die kleineren Orden in Bayern, Windberg 1974, S. 86f.;
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1999, Band 8, Sp. 279.

Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)