Stichwörter: Passau, Passau, Hochstift: Territorium und Struktur
Das weltliche Territorium der Passauer Bischöfe bildete sich im 12. und 13. Jahrhundert aus. Sein Kerngebiet nördlich von Passau war der Grundbesitz des Klosters Niedernburg, das 1161/1193 vom Bistum erworben wurde. 1217/20 sicherte sich der Bischof in dieser Region ("Ilzgau") Grafschaftrechte und einen Teil des Erbes der Herren von Griesbach-Waxenberg. Im Spätmittelalter gingen Teile des Territoriums an die Nachbarn verloren. Bereits 1262 mussten die Bischöfe hinnehmen, dass sich das bayerische Territorium bis unmittelbar an die Stadtmauer von Passau ausdehnte. Spätestens 1279 ging auch die Enklave Hals nördlich von Passau verloren. Im Osten dehnte sich seit 1289 der habsburgische Herrschaftsbereich immer weiter aus, bis 1506 nicht nur das gesamte ursprünglich passauische Mühlviertel, sondern auch Teile des Abteilandes (Herrschaft Rannariedl) an Österreich gefallen waren. Erst 1765 einigten sich Passau und Österreich auf einen neuen Grenzverlauf, der bis heute die bayerisch-österreichische Staatsgrenze nördlich des Inns bildet. Die Bischöfe betrieben sowohl im Spätmittelalter als auch im 17. und 18. Jahrhundert eine aktive Rodungspolitik. Die wenigen adeligen Herrschaften erwarben sie bis Anfang des 18. Jahrhunderts vollständig. Zentrum und einzige Stadt war Passau, welche die rund zehn Märkte des Hochstifts an Bedeutung weit übertraf. Zum Hochstift gehörten neben dem Abteiland auch eine Reihe von Enklaven im Inn-/Donauraum. Dazu traten Mediatherrschaften in Österreich und Bayern. 1803 wurde das Hochstift säkularisiert und fiel 1805/06 an Bayern.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns