Stichwörter: Orden
Der antiken und frühmittelalterlichen Kirche war die heutige geistliche Organisationsform der Orden unbekannt. Die Mönche und Nonnen befolgten grundsätzlich die Regel des hl. Benedikt, lokal abgewandelt nach den jeweiligen Constitudines. Es bildeten sich neben unabhängigen Klöstern auch mehrere Klosterverbände, inbesondere unter der Führung von Cluny. Die Kanoniker oder Chorherren bzw. die Kanonissen organisierten sich nach der Regel des hl. Augustinus.
Den ersten wesentlichen Schritt zur Bildung eines Ordens unternahmen die Zisterzienser. So gelten als alte Orden die Benediktiner, die Augustiner-Chorherren, die Zisterzienser und die Prämonstratenser. Bei ihnen tritt der Mönch bzw. Chorherr in ein bestimmtes Kloster ein, an das er nach seiner Profess grundsätzlich bis zum Tod gebunden bleibt.
Die Linie der neuen Orden beginnt im Hochmittelalter mit den Bettelorden. Ihre Angehörigen sind mobil.
Die dritte Wachstumsphase der Orden im 16. Jahrhundert prägen die Regularkleriker.
Ab dem 17. Jahrhundert folgt eine vierte Welle in Gestalt der Kongregationen. Sie unterscheiden sich von den älteren Orden im engeren Sinn durch den Verzicht auf die feierliche Profess.
Literatur: Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1998, Band 7, Sp. 1090-1100.
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)