Stichwörter: Niklashauser Fahrt, Niklashauser Fahrt, 1476
Gewaltsam niedergeschlagene Massenwallfahrt nach Niklashausen im Taubertal (Gde. Werbach, Main-Tauber-Kreis, Baden-Württemberg). Im Zentrum der Wallfahrt stand Hans Böhm (geb. um 1450 in Helmstadt, Lkr. Würzburg). Böhm (auch Beham, Behem, Beheim, Böheim) löste 1476 die weit über die Region ausstrahlende Massenwallfahrt aus, indem er behauptete, die Jungfrau Maria sei ihm erschienen. Er predigte in ihrem Namen kirchen- und sozialkritisch. Am 12. (oder 13.) Juli 1476 ließ ihn Bischof Rudolf II. von Scherenberg (reg. 1466-1495) unter dem Vorwurf der Häresie gefangen nehmen. Ein Zug von rund 15.000 Wallfahrern, die Böhm befreien wollten, wurde blutig niedergeschlagen. Böhm starb am 19. Juli 1476 auf dem Scheiterhaufen. Volkstümliche Namen für den Hirten und Spielmann (auch: Pfeifer, Pauker, Trommler, Sänger) sind auch: Pfeifer von Niklashausen, Pauker von Niklashausen.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns