Stichwörter: Mönch
Der griechische Ursprung (monos, allein) verweist auf die Wurzel des Mönchtums in der Lebensform der Eremiten. In der Spätantike und im Frühmittelalter entstanden zunächst lose, dann festgefügte Gemeinschaften (siehe auch: Nonnen). Ihr Zusammenleben orientierte sich allmählich an schriftlich fixierten Regeln und so genannten Constitudines.
Die ersten monastischen Gemeinschaften bestanden überwiegend aus Laien. Erst allmählich erhöhte sich die Zahl der Kleriker in den Konventen. Über viele Jahrhunderte entstammten die Mönche fast ausschließlich den adligen Familien. Sie begriffen das Leben im Kloster als eine Art spirituellen Kriegsdienst für Gott zum religiösen Heil ihrer eigenen Sippen. Deshalb gründete der Adel bis in das Hochmittelalter zahlreiche Eigenklöster.
Der Mönch unterschied sich vom Kanoniker durch die Ablegung der Profess, die Klausur und den Habit. Eine Art Mischform der monastischen und der kanonikalen Lebensweise bildeten die Regularkanoniker, insbesondere die Augustiner-Chorherren. Innerhalb des westlichen Mönchtums entstanden Orden durch die Abspaltung der Zisterzienser von den Benediktinern und die Gründung der Dominikaner.
Literatur: Angerer, Joachim: Stifte und Klöster in Bayern, Österreich und der Schweiz, Augsburg 1987;
Bühler, Johannes (Hrsg.): Klosterleben im Mittelalter. Nach zeitgenössischen Quellen, Frankfurt am Main 1989 (erstmals 1923);
Prinz, Friedrich: Frühes Mönchtum im Frankenreich. Kultur und Gesellschaft in Gallien, den Rheinlanden und Bayern am Beispiel der monastischen Entwicklung vom 4. bis 8. Jahrhundert, Darmstadt 1988 (2. ergänzte Auflage);
Lexikon für Theologie und Kirche. Begründet von Michael Buchberger. Dritte völlig neu bearbeitete Auflage, hrsg. von Walter Kaspar u.a., Freiburg u.a. 1998, Band 7, Sp. 393-406.
Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)