Die Glossare des HdBG

Mitra Detailansicht

Stichwörter: Mitra


Die Bischofsmütze als wesentlicher Bestandteil der Pontifikalien entstand wohl erst im 10. Jahrhundert. In ihrer frühen Form war sie eine kegelförmige Kopfbedeckung, die aber bereits die beiden langen Bänder (infulae) auf der Rückseite aufwies. Nach diesen Bändern wurde die Mitra seit dem Spätmittelalter auch als Inful bezeichnet.
Um 1100 erhielt die geistliche Mitra eine Längseinbuchtung, wie sie jene Mütze besaß, die von den deutschen Königen schon seit dem 10. Jahrhundert unter dem Scheitelbügel der Reichskrone getragen wurde. In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde die Mitra um 90 Grad gedreht, so dass die Einbuchtung der Mütze bis heute quer verläuft. Im Spätmittelalter gewann die Mitra zunehmend an Größe bis zu extremen Dimensionen im Barock.
Die Mitra wurde ursprünglich vom Papst verliehen. Erst ab der Mitte des 12. Jahrhunderts trugen alle Bischöfe die Mitra. Äbten wurde das Anrecht auf die Mitra nur von Fall zu Fall erlaubt. Man spricht dann von einem infulierten Abt.
Literatur: Reinle, Adolf: Die Ausstattung deutscher Kirchen im Mittelalter. Eine Einführung, Darmstadt 1988, S. 159.

Aus: Klöster in Bayern (www.hdbg.de/kloester)

Hohe Kopfbedeckung des Bischofs, die oben zweigeteilt und spitz zulaufend ist. An der Rückseite fallen zwei Zierstreifen bis auf die Schultern herab.

Aus: Menschenbilder