Stichwörter: Missionsärztliches Institut, Missionsärztliches Institut, Würzburg
1922 in Würzburg gegründete Ausbildungseinrichtung für Tropenmediziner, speziell für den Einsatz in der katholischen Missionsarbeit. Initiator war der Salvatorianerpater Dr. Christoph Becker (1875-1937); bis 1994 leiteten Ordensgeistliche die Institution, die von kirchlichen Hilfswerken und katholischen Laien getragen wird. Vorbild war das "Deutsche Institut für ärztliche Mission" (DIFÄM), eine 1909 in Tübingen errichtete vergleichbare evangelische Einrichtung. Das Missionsärztliche Institut bildete Ärzte und Ärztinnen des "Bundes deutscher Missionsmediziner" aus, die sich im Gegenzug verpflichteten, zehn Jahre als Mediziner in der Mission tätig zu sein. Der Kriegsausbruch 1939 verhinderte die bereits beschlossene Gründung eines "Kolonialkrankenhauses" (Tropenklinik). Seit 1943 waren die Gebäude des Instituts beschlagnahmt, von 1945 bis 1952 nutzte die chirurgische Abteilung des ausgebombten Juliusspitals die Räumlichkeiten am Würzburger Mönchberg. Ab 1952 baute das Institut eine eigene Klinik auf, die heutige Missionsärztliche Klinik Würzburg, um dort Ärzte und Pflegepersonal für den Einsatz in der Mission auszubilden. Da eine Spezialklinik jedoch nicht rentabel betrieben werden konnte, entwickelte sich die ursprünglich geplante Tropenklinik rasch zu einem Universalkrankenhaus mit Tropenabteilung. 1994 wurden Klinik und Institut getrennt. Heute ist die Missionsärztliche Klinik eines von sechs deutschen Krankenhäusern mit Tropenabteilung; das Missionsärztliche Institut versteht sich als katholische Fachstelle für Tropenmedizin.
Quelle: www.historisches-lexikon-bayerns.de
Aus: Historisches Lexikon Bayerns