Die Glossare des HdBG

Mesusa Detailansicht

Stichwörter: M'susa, M(e)susa, Mesusa, Msusa


In der religiösen Sprache der Juden Bezeichnung für die Türpfosteninschrift, die auf einer in einem Metall- oder Glaszylinder eingeschlossenen Pergamentrolle die beiden Abschnitte Deut. 6,4-9 und 11,13-21 enthält.

Aus: Siehe der Stein schreit aus der Mauer

(hebr. Türpfosten, Pl. M(e)susot): An Häusern und Wohnungen praktizierender Juden sind Kapseln mit einer Pergamentrolle am oberen Drittel des rechten Türpfostens eines profanen Hauseingangs. Auf dem Pergament stehen die ersten zwei Abschnitte des jüdischen Glaubensbekenntnisses aus dem Machsor, der Kernsatz des Judentums: "Höre Israel!" (Schma Israel). In traditionellen Häusern ist an jeder Tür eine Mesusa angebracht und gewährt das koschere Essen und Trinken, auch an Türen zu Schlafräumen muss eine solche Kapsel hängen. In der Regel ist die Mesusa schief angebracht, da nur "Gott die Dinge geraderücken kann". Manche gläubigen Juden küssen die Mesusa beim Betreten eines Raumes, indem sie die Fingerspitzen der rechten Hand an die Mesusa und dann zum Mund führen. Nur wenn ein jüdisches Haus dauerhaft von Nichtjuden bezogen wird, ist es statthaft die Mesusot vorher zu entfernen.

Quelle: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 1664. // Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 367.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern (hdbg.eu/juedisches_leben)

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