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Stichwörter: Menora


Leuchter. Auch der siebenarmige Leuchter im Stiftszelt und im Tempel

Aus: Siehe der Stein schreit aus der Mauer

(hebr. Lampe, Leuchter, pl. Menorot): Bezeichnet ursprünglich den siebenarmigen Leuchter in der Stiftshütte, später dem Allerheiligsten im Jerusalemer Tempel. Weil dorthin nur die Kohanim Zutritt hatten, wusste außer ihnen niemand mit Sicherheit, wie die Menora überhaupt aussah. Obwohl sich viele intuitiv einen Leuchter mit runden Armen vorstellen, sind zahlreiche mittelalterliche Gelehrte (Rischonim) der Ansicht, dass sie diagonal verliefen. In der Spätantike wurde die Menora ein beliebtes Motiv der jüdischen Kunst, ob nun mit gerundeten oder geraden Armen. Auf Grabsteinen, Siegeln, Toravorhängen (Parochet) und Synagogen ist sie ein wichtiges Symbol der mosaischen Religion. Kleinere Versionen finden sich in vielen jüdischen Haushalten. Seit 1949 ist die Menora auch das offizielle Emblem des Staates Israel, wobei die Knesset eine Darstellung auf dem Titusbogen in Rom zum Vorbild nahm.

Quelle: Rabbiner Dovid Gernetz: Wie sah die Menora wirklich aus? In: Jüdische Allgemeine Zeitung ( 25.12.2024). Online unter: https://www.juedische-allgemeine.de/religion/wie-sah-die-menora-wirklich-aus/ [Zugriff: 26.12.2024] // Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 367.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern (hdbg.eu/juedisches_leben)

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